AWS Kendra: Mit Amazons Cloud-Dienst die internen Firmendaten durchsuchen

Amazon hat seine Cloud-Suchmaschine Kendra zur allgemeinen Nutzung freigegeben. Sie indexiert und durchsucht Unternehmensdaten.

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Unbegrenzter Cloud-Speicher bei Amazon
Von
  • Moritz Förster

Unter dem Namen Kendra hat Amazon eine neue Suchmaschine für Unternehmen allgemein zur Verfügung gestellt. Mit ihr können AWS-Nutzer ihre strukturierten und unstrukturierten Daten indexieren. Diese können aus unterschiedlichen Back-End-Systemen wie Applikationen, relationalen Datenbanken, direkt vom Dateisystem oder dem lokalen Unternehmensnetz stammen.

Anschließend kategorisiert Kendra die Daten. Zum öffentlichen Start des Diensts beherrscht die Suchmaschine 14 Bereiche: Automotive, Gesundheit, Personalwesen, Recht, Medien und Unterhaltung, Nachrichten, Telekommunikation sowie Reisen und Freizeit ergänzen nun Chemie, Energie, Finanzen, Versicherungen, IT und Pharma. Die letzteren sechs Kategorien existierten bereits während der Preview-Phase.

AWS stellt außerdem Cloud-Verbindungen zu den Applikationen OneDrive, Salesforce und ServiceNow bereit, zuvor existierten bereits welche für S3, Amazons Relational Database Service (RDS) und SharePoint Online. Erstmals vorgestellt hatte der Anbieter Kendra auf seiner re:Invent 2019, seitdem wollen die Entwickler nach eigener Angabe ebenfalls die Geschwindigkeit und Genauigkeit der Suchmaschine verbessert haben.

In der zugehörigen Konsole lassen sich die von Kendra erfassten Daten durchsuchen. Sie soll neben regulären Suchparametern auch Fragen in natürlicher Sprache verstehen können. Die indexierten Seiten soll der Dienst nach ihrer Relevanz gewichten oder auf Fragen direkte Antworten geben können. Künftig wollen die Entwickler Kendra um eine Autovervollständigung erweitern und mit ML-Funktionen (Maschinelles Lernen) auf Nutzer individuell zugeschnittene Resultate bieten.

Keine Angaben macht Amazon dazu, ob und wann Kendra mit Sprachen abseits des Englischen umgehen kann. Unternehmen können den Dienst ebenfalls in eigene Programme integrieren, hierfür stehen eine API und eine Dokumentation zur Verfügung.

Zum Start lässt sich Kendra aus den Regionen US East (N. Virginia), US West (Oregon) und Europe (Ireland) beziehen. Mit der Enterprise Edition können Kunden bis zu 500.000 Dokumente bis zu 40.000 Mal am Tag für sieben US-Dollar in der Stunde durchsuchen. Jedes Erfassen eines Dokuments kostet 0,000001 US-Dollar, jede Synchronisation mit einer Datenquelle 0,35 US-Dollar in der Stunde. Zusätzliche Kapazitäten lassen sich für einen Aufpreis hinzufügen. Für Testzwecke bietet Amazon außerdem eine Developer Edition an.

Kendra konkurriert mit bereits existierenden Diensten: Zum Beispiel bietet Google eine auf Unternehmen zugeschnittene Variante seiner Suchmaschine namens Cloud Search an. Der Dienst lässt sich bereits mit über 100 Datenquellen einsetzen. Für seinen ebenfalls Search getauften Dienst betont Microsoft insbesondere die Integration mit anderen 365-Programmen, aber auch mit lokalen Applikationen des Anbieters wie SharePoint lässt er sich benutzen. IBM setzt hingegen auf die Sprachfähigkeiten von Watson. (fo)