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iX Magazin

Amazons Web Services rief Enterprise-Kunden nach Frankfurt

Rund 600 Interessierte hatte Amazon zur AWS Enterprise Summit am 24. März ins Frankfurter Messe-Kongresszentrum gelockt. Tatsächlich bot der Dienstleister eine Reihe von Neuigkeiten vor allem für deutsche Kunden.

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Amazons Web Services rief Enterprise-Kunden nach Frankfurt

(Bild: AWS)

Anlässlich der Eröffnung des AWS Enterprise Summit zeigte der Geschäftsführer der Amazon Web Services Germany GmbH Martin Geier anhand von Beispielen, welchen Nutzen Unternehmen aus dem Umstieg in die Cloud ziehen könnten. Anschließend berichteten Vertreter einiger AWS-Kunden wie Pro7/Sat1, das auf Lokalisierung spezialisierte Nokia-Tochterunternehmen here und die Philipps-Tochter CityTouch, wie sie mit Hilfe der AWS-Services ihr Geschäft in Zukunft umgestalten wollen.

Für deutsche Unternehmen spielt es eine wichtige Rolle, dass die Rechenzentren in der Region Frankfurt von AWS seit Mitte März nach dem IT-Grundschutz zertifiziert sind. Dazu hatten sie sich einer Sicherheitsinspektion nach den Vorgaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zu stellen. Abgenommen hat die Prüfung der TÜV Austria.

Im geplanten IT-Sicherheitsgesetz gilt der IT-Grundschutz gilt als Hinweis darauf, dass ein IT-Dienstleister in der Lage ist, sogenannte kritische Infrastrukturen zu betreiben. Besitzt der Vertragspartner das Grundschutz-Zertifikat, dürfen Kunden von Cloud-Anbietern im Falle eines Konfliktes die Beweislast umkehren. Stadtwerke, Verkehrsdienstleister und viele andere Unternehmen, deren Services für das Funktionieren unserer Gesellschaft essenziell sind, dürften besonderen Wert auf das Zertifikat legen, wenn sie ihre IT in die Cloud auslagern oder von einem Dienstleister betreuen lassen. Zwar verwies Geier im Gespräch mit iX darauf, dass das Gesetzeswerk noch nicht beschlossen sei, doch dürfte es schwer vorstellbar sein, dass ausgerechnet die Anforderung des IT-Grundschutz in den parlamentarischen Beratungen in frage gestellt werde.

McCann, Vize des AWS Marketplace verglich die neue Form der Sofware-Bereitstellung mit der Erfindung des Buchdrucks.

Inzwischen stellt AWS seinen Software-Marketplace in der Region Frankfurt zur Verfügung. Eine AWS-Region besteht aus mindestens zwei Rechenzentren in zwei unterschiedlichen Verfügbarkeitszonen. Heute liegen schon mehr als 700 Softwarepakete zum On-Demand-Betrieb auf der AWS-Plattform bereit. Dave McCann, Vice President AWS Marketplace, verglich diese Form der Softwarebereitstellung vollmundig mit nichts Geringerem als Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks im Jahr 1439. "Wir haben in der IT alles beschleunigt, aber nicht die Software-Bereitstellung. Das ändert sich jetzt", meinte er. Wenn, wie prognostiziert, 2020 die Hälfte der Server in der Cloud stünden, dann liefe auch die Hälfte der Software dort. Das entspräche einem Marktvolumen von weltweit mehreren hundert Milliarden Dollar. Derzeit hält der AWS Marketplace 23 Softwarekategorien vor – von Profi-Schwergewichten wie Netapps Storage-Betriebssystem Cloud Ontap oder SAPs HANA bis hin zu Produkten wie Wordpress.

Netapp und SAP haben gemeinsam ein Verfahren entwickelt, damit Kunden ihre SAP-Daten auf ihren eigenen Netapp-Filern speichern, aber gleichzeitig in der Amazon-Cloud bearbeiten können. Die Installation besteht aus zwei redundanten gespiegelten Speichersystemen, von denen eins direkt beim Endkunden und das andere in unmittelbarer räumlicher Nähe der AWS-Cloud-Infrastruktur bei Equinix oder E-Shelter steht. Beide Filer sind über schnelle Verbindungen mit der Cloud verbunden ist, wobei aber nur der Kunde auf die Daten Zugriff hat. Um den Verkehrsfluss zwischen diesen beiden Geräten zu minimieren, hat SAP eigens die Applikation "Landscape Virtual Management" (LVM) entwickelt. Sie soll sicherstellen, dass zwischen den beiden Filern jeweils nur die veränderten Blöcke übertragen werden.

(Ariane Rüdiger) / (rh)