Bericht: US-Finanzaufsicht will Direktzugriff auf europäische Banken

Im Rahmen von Regulierungsvereinbarungen über den außerbörslichen Handel wollen amerikanische Finanzaufsichtsbehörden selbst Kundendaten in den Zentralen europäischer Banken einsehen können.

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Von
  • Jürgen Seeger

Prism-Skandal hin, Prism-Skandal her: Wie die Financial Times berichtet, verlangen die US-Finanzaufsichtsbehörden Securities Exchange Commission und Commodity Futures Trading Commission das Recht, gegebenenfalls selbst Unterlagen in den Zentralen europäischer Banken einzusehen, soweit diese in den amerikanischen außerbörslichen Derivate-Handel involviert sind. Diese Möglichkeit wollen SEC und CFTC in den derzeit laufenden Verhandlungen über eine Regulierung dieses Billionen schweren Marktes festschreiben

Die US-Aufsichtsbehörden wollen sich mit Anfragen an europäische oder nationale Aufsichtsbehörden nicht zufrieden geben. Das heißt, Vertreter der genannten Organisationen könnten etwa bei der Deutschen Bank in Frankfurt, Barclays in London oder der Société Générale in Paris selbst Einsicht in E-Mails, Kontendaten und Verträge nehmen.

Die europäischen Verhandlungspartner befürchten, dadurch Datenschutzgesetze zu verletzen. Sie sehen zudem die Gefahr der Wirtschaftsspionage. Zwar besteht im Prinzip Übereinstimmung über die Notwendigkeit der baldigen gemeinsamen Regulierung dieses Marktes, doch angesichts dieser Differenzen können sich die Verhandlungen noch Monate hinziehen. (js)