Blacklist RFC-Ignorant.org stellt den Betrieb ein

Postmaster und andere Netz-Administratoren sollten RFC-Ignorant.org umgehend aus ihren Server-Konfigurationen entfernen. Die Meldestelle gegen Netzmissbrauch beantwortet bereits sämtliche Anfragen mit "Eintrag nicht vorhanden".

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 93 Beiträge
Von

"Ende einer Ära": Mit diesen Worten verabschiedet sich die nach eigenen Angaben seit dem Jahr 2000 bestehende RFC-Ignorant.org (RFCI) aus dem Reigen der Anti-Spam-Blacklists. Laut dem von RFCI aufgestellten Zeitplan sollten Anwender bis zum 30. Oktober sämtliche Abfragen an die DNSBL einstellen. Bis dahin wird es normale Antworten geben. Diese sind jedoch nutzlos, da allesamt negativ. heise Netze hat RFC-Ignorant.org daher bereits aus seiner Spam-Listen-Abfrage entfernt.

Als Grund für den Rückzug nennt RFCI-Gründer Derek Balling, dass die Brauchbarkeit von DNSBLs erheblich abgenommen habe und sich eine Investition in eigentlich dringend benötigte neue Hardware nicht lohne. Gegenüber iX erläuterte der RFCI-Maintainer Ralf Hildebrandt, dass ein Weiterbetrieb nur dann denkbar sei, wenn sich jemand finde, der die Blacklist komplett übernehme.

Anders als andere DNSBLs speichert RFCI keine einzelnen Hosts oder IP-Adressbereiche in ihrer Datenbank, sondern Domainnamen, deren Besitzer gegen Internet-Standards verstoßen. Dabei macht RFCI selbst vor Top-Level-Domains nicht halt. Einige Berühmtheit erlangte der Eintrag von ".de" in der Kategorie "whois" im Jahr 2005.

Von größerer Bedeutung waren jedoch die Zonen "abuse" und "postmaster", da RFCI wie viele andere DNSBLs vornehmlich zur Spam-Bekämpfung auf Mailservern zum Einsatz kam. Wer als Mailserver-Betreiber nicht einmal unter den für Notfälle und Missbrauchsmeldungen vorgeschriebenen Kontaktadressen erreichbar ist, so die Logik, müsse damit rechnen, dass die Reputation seiner Systeme sinkt – mit der Folge, dass die Anwender Schwierigkeiten beim Versenden von E-Mails bekommen können. (un)