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Chinas erster Petaflop-Rechner mit eigenem Chipsatz

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China hat laut einem Bericht der New York Times einen Petaflop-Supercomputer mit eigenem Chipsatz entwickelt. Früher als nach bisherigen Ankündigungen der chinesischen Supercomputerbauer zu erwarten war, sollen Techniker am National Supercomputer Center in Jinan den Petaflop-Rechner installiert haben. Die Neuigkeit erfuhr die Öffentlichkeit auf einer technischen Konferenz, die am selben Ort stattfand.

Sunway BlueLight MPP, so der Name der neuen Maschine, arbeitet mit 8700 Mikroprozessoren vom Typ ShenWei SW1600. Der Entwurf stammt von einem chinesischen Computer-Institut. Dabei soll es sich es sich um eine Godson-Architektur handeln, die auf dem Konzept der MIPS-CPUs basiert. Hergestellt werden die Chips in Shanghai. Mit einer Rechenleistung von 115 Gigaflops liegt die CPU etwa auf der Ebene einer aktuelle Westmere-CPU von Intel.

Bereits im Jahr 2000 hatte China mit einem Supercomputer namens ShenWei von sich Reden gemacht und 2002 seinen ersten eigenen 32-Bit-Prozessor auf den Markt gebracht. In den Bestenlisten der Top500 war China in den letzten Jahren erfolgreich mit mehreren Systemen vertreten. Im Herbst 2010 mit seinem Tianhe 1A auf Platz eins, den es im Frühjahr 2011 gegen den japanischen K-Computer verlor. Bis dato arbeiten aber die Höchstleistungsrechner in China mit Prozessoren anderer Hersteller wie Intel, NVIDIA oder AMD. In der letzten Juni-Liste der Top500 konnte China 61 Systeme platzieren. (rh)