Menü
iX Magazin

Cisco präsentiert HyperFlex 3.0 und die neue Container-Plattform

Auf der Cisco Live erblickte HyperFlex 3.0 das Licht der Welt. Doch der Konzern zeigte auch seine eigene Kubernetes-Umgebung – sind die besten Tage des Hypervisors angezählt?

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen
Cisco Live: HyperFlex 3.0 und Container Platform

Im Rahmen seiner Live-Veranstaltung in Barcelona hat Cisco Version 3.0 seiner HCI-Umgebung HyperFlex vorgestellt. Das Release stellt die bislang umfangreichste Erneuerung der Hyperkonvergenten Infrastruktur (HCI) des Konzerns dar.

Zunächst haben die Entwickler die Skalierbarkeit eines HyperFlex-Clusters massiv angehoben – statt bislang 32 Knoten beträgt die maximale Größe nun 64 Knoten. Jedoch benötigen viele Unternehmen mit hohen Anforderungen an Datensicherheit und Verfügbarkeit mehr als einen herkömmlichen Cluster an einem einzigen Standort. Hierfür führt Cisco die Stretched Cluster ein, deren Systeme an unterschiedlichen Orten stehen. Allerdings muss ein Netzwerk zwischen den Cluster-Standorten auf Layer-2-Basis existieren, ein geroutetes Layer-3-Netzwerk zwischen den Knoten unterstützt Cisco bislang nicht. Zusätzlich führt der Konzern automatisierte Availability Zones ein, um die negativen Auswirkungen von Ausfällen einzelner Knoten zu minimieren.

Im Zusammenspiel mit CloudCenter, Ciscos IaaS-Angebot und der hauseigenen Cloud-Managementplattform, die nun HyperFlex unterstützt, sieht der Konzern HyperFlex als Einstiegspunkt für Kunden in eine Multi-Cloud mit mehreren Cloud-Umgebungen – davon mindestens eine in der Public Cloud. Hierfür soll Intersight zum Einsatz kommen, mit dem Nutzer HyperFlex-Knoten und UCS aus der Ferne in vom Rechenzentrum getrennten Standorten installieren und verwalten können.

Zu den weiteren Neuerungen zählt vor allem die Unterstützung von Microsofts Hyper-V als Hypervisor des HCI-Systems. Einen hauseigenen Hypervisor, wie Nutanix' AHV, fehlt Cisco bislang. Auch scheint der Konzern keinerlei Pläne hierfür zu haben – für den Support eines hauseigenen Hypervisors sei der Aufwand sehr hoch. Und vielleicht schwindet die Bedeutung des Hypervisors mit der aufkommenden Containerisierung mit Docker und Kubernetes, denn es mehren sich die Stimmen, die die Hypervisor-Technik bereits als "Legacy" bewerten.

Dazu passt die Ankündigung der Cisco Container Platform, die die operativen Vorteile von Containern gegenüber virtuellen Maschinen – niedrigerer Ressourcenverbrauch, Bereitstellung einer konsistenten Entwicklungsumgebung und Betrieb auf unterschiedlichsten Plattformen – auf HyperFlex 3.0 bringen soll. Die Software basiert auf dem quelloffenen Kubernetes, was nicht überrascht, denn Googles Containerorchestrierungs-Engine hat sich inzwischen zum inoffiziellen Standard gemausert. Die erste Version der Container-Plattform soll im April dieses Jahres erscheinen.

Während sich das erste Release auf HyperFlex 3.0 konzentriert, soll die zweite Version der Container Plattform neben der Public Cloud auch virtuelle Maschinen und vor allem den Betrieb direkt auf der Hardware umfassen. Auf Seiten des Netzwerks sieht Cisco die Integration in seine SDN-Umgebung ACI vor, der Betrieb ohne ACI ist ebenfalls möglich. Preise für die Container Plattform hat Cisco noch nicht bekannt gegeben. Es handelt sich jedoch um eine Lizenz im Abonnement, die sich nach der Zahl der installierten Cluster-Knoten richtet. (Jens-Henrik Söldner, Udo Steinegger, Torsten Volk) / (fo)