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Cisco steigert Gewinne und entlässt 4000 Mitarbeiter

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Gewinnsteigerung bei Cisco - und doch müssen 5 Prozent der Belegschaft gehen.

(Bild: dpa, Monica M. Davey)

Cisco steigert die Gewinne massiv – gleichzeitig müssen viele Mitarbeiter bei dem weltgrößten Netzwerkausrüster um ihre Jobs bangen: 4000 Stellen sollen gestrichen werden, rund 5 Prozent von Ciscos gegenwärtigen Arbeitsplätze. Das kündigte Cisco in der Telefonkonferenz mit Analysten nach der Vorlage der Quartalszahlen an.

Die Bilanz kann sich eigentlich sehen lassen: Der Umsatz von Cisco stieg im vierten Geschäftsquartal um 6,2 auf 12,4 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn kletterte um 18,4 Prozent auf 2,3 Milliarden US-Dollar, der Gewinn pro Aktie um 16,7 Prozent auf 42 US-Cent. Für das gesamte Cisco-Geschäftsjahr weist der Konzern einen Nettogewinn von 10 Milliarden US-Dollar aus (ein Plus von 24,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und von 1,86 US-Dollar pro Aktie (plus 24,8 Prozent). Der Umsatz im Gesamtjahr stieg um 5,5 Prozent auf 48,6 Milliarden US-Dollar.

Eigentlich also kein Grund, Mitarbeiter zu entlassen. Zumal Konzernchef John Chambers sich vor Begeisterung über die Zahlen kaum halten konnte: "Mein Vertrauen in unsere Fähigkeit, die Nummer 1 unter den IT-Firmen zu sein, wächst. Unser viertes Quartal brachte einige Rekorde." Kunden und Partner wollten heute mehr denn zuvor Ciscos Hilfe beim schwierigen Umgang mit den Bedingungen des globalen Marktes. Das hinderte Chambers allerdings nicht daran, später die massiven Stellenstreichungen zu verkünden: Man reagiere damit auf eine "zu langsame wirtschaftliche Erholung" und auf die Notwendigkeit, das Unternehmen durch kleinere Teams wendiger zu machen. Das kam an der Börse dieses Mal nicht besonders gut an: Trotz der Rekord-Bilanz fiel der Kurs der Cisco-Aktie im nachbörslichen Handel nach Vorstellung der Quartalszahlen um fast 10 Prozent.

Chambers hatte schon 2011 einen Umbau des Konzerns angestoßen. Unprofitable Geschäftszweige wurden abgestoßen, bereits Tausende Mitarbeiter entlassen. Unter anderem verkaufte der Konzern seine Tochtergesellschaft Linksys an den Computerzubehör-Spezialisten Belkin. Linksys stellt Netzwerk-Technik für Heimanwender und kleinere Betriebe her und passte damit nicht mehr in Ciscos Ausrichtung, sich ganz auf das Geschäft mit Unternehmenskunden zu konzentrieren. Das gleiche galt für die gefloppten Flip-Videokameras, die Cisco sang- und klanglos einstellte. (jk)