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Citrix Synergy: Neuer CEO, viel Cloud und XenServer 7

Auf der Hausmesse Synergy hatte der neue CEO von Citrix Kirill Tatarinov seinen ersten großen öffentlichen Auftritt. Neben dem XenServer 7 gab es noch einige weitere neue Produkte zu sehen.

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Abgelöst: Kirill Tatarinov ist seit Januar 2016 CEO von Citrix.

(Bild: Citrix)

Auf der diesjährigen Hausmesse Synergy, die vom 24. bis 26. Mai in Las Vegas stattfand, hatte der neue CEO von Citrix Kirill Tatarinov in seinem ersten großen öffentlichen Auftritt vor 5000 Besuchern seine künftige Strategie für das Unternehmen vorgestellt. Zuvor war er als Manager bei Microsoft Business Solutions tätig und hatte im Januar 2016 das Ruder bei Citrix übernommen. Er löste Mark Templeton ab, der dem Unternehmen von 2001 bis 2015 als CEO diente und den Terminalserver-Spezialisten von einer Firma mit 15 Millionen US-Dollar Umsatz und einem Produkt in einen globalen Konzern mit über drei Milliarden US-Dollar Umsatz im Jahr 2015 verwandelte.

Seinen Kunden will der Hersteller eine Vielzahl neuer und bestehender Produkte bieten: Eine zentrale Rolle sollen dabei die Workspaces as a Service (WaaS) einnehmen, die im wesentlichen ein Cloud-Paket der Produkte NetScaler, XenDesktop, XenApp, XenMobile und dem Enterprise File Sharing Dienst ShareFile darstellen. Neben dem Einsatz der Citrix Produkte in der Cloud – dabei bevorzugt der Anbieter gemäß der langen sowie intensiven Beziehungen zu Microsoft Azure – bleibt der herkömmliche Einsatz in einer vom Kunden betriebenen Umgebung ebenfalls eine Option.

Die Komponenten selbst haben dabei Überarbeitungen erfahren. So werden der Desktop-Virtualisierer XenDesktop und der Terminalserver-Veredeler XenApp ab Juni in Version 7.9 zur Verfügung stehen. Wesentliche Neuerungen sind ein vereinfachtes Single-Sign-On und eine optimierte Authentifizierung, sowie eine verbesserte 3D-Grafikleistung für Desktops mit Windows 10. Ein Alleinstellungsmerkmal von XenApp und XenDesktop ist die Kompatibilität mit jedem marktgängigen Hypervisor: Neben dem hauseigenen XenServer unterstützt der Anbieter VMwares vSphere, Microsofts Hyper-V und nun auch den KVM-Ableger Acropolis von Nutanix.

Ebenfalls erneuert haben die Entwickler das Mobile Device Management namens XenMobile, das seit Anfang Mai in Version 10.3.5 verfügbar ist. Wesentliche Neuerung sind "Secure Forms", mit denen Nutzer ohne Programmierkenntnisse Prozesse und Papierformulare in sichere mobile Apps umwandeln können.

Die Application-Delivery-Controller-Produktfamilie NetScaler erfährt ebenfalls Zuwachs. Neu hinzukommen sind das NetScaler Managment and Analytics System (NMAS), NetScaler CPX im Docker-Containerformat und für das Software-defined WAN die NetScaler SD-WAN Enterprise Edition. Letztere soll das Bereitstellen von WAN-Zugriffstechnologien für die Kunden drastisch vereinfachen – WAN-Virtualisierung und zentrales Single-Pane-of-Glass-Management sollen es möglich machen.

Mit dem XenServer 7 – ebenfalls auf der Synergy vorgestellt und ab sofort für Kunden zum Download verfügbar – hat Citrix in Sachen 3D-Grafik und Sicherheit einige Neuerungen eingebracht. Das wichtigste Feature ist die Unterstützung für im Prozessor integrierte Grafikprozessoren von Intels Iris-Pro-Reihe. Citrix ist der erste Hypervisor-Hersteller mit Unterstützung für diese GPU. Kunden sollen so von niedrigeren Kosten beim Virtualisieren grafikintensiver Applikationen profitieren.

In Sachen Sicherheit führen die Entwickler die neuen "Direct Inspect APIs" ein, mit denen Sicherheitshersteller ohne Agenten im Gastbetriebssystem Einblick in die Vorgänge der VM erhalten sollen. Bitdefender stellt ein Technology Preview der Hypervisor Introspection (HVI) bereit, das auf der neuen Schnittstelle aufsetzt. Außerdem bietet XenServer 7 eine verbesserte Microsoft-Integration – inklusive der Unterstützung von SMB-Fileshares zur Ablage von virtuellen Maschinen – und die integrierte Verwaltung von Docker-Containern mit Linux und Windows. (Jens Söldner) / (fo)