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Citrix' große Pläne auf der Synergy 2018

Citrix Synergy 2018: Große Pläne statt Ankündigungen

(Bild: Citrix Systems, Inc.)

Wie voriges Jahr hat Citrix auf seiner Hausmesse Synergy auf eine Aneinanderreihung von Produktankündigungen verzichtet. Lieber konzentrierte sich der Konzern auf seinen Arbeitsplatz der Zukunft – was bei den Teilnehmern gut ankam.

Citrix behält auf seiner Hausmesse Synergy [1] trotz erneuten Wechsels der Spitze des Unternehmens die eingeschlagene Strategie des Arbeitsplatzes der Zukunft bei. Zuletzt wurde es etwas turbulent in dem US-amerikanischen Softwarehaus: Nach dem Abgang des langjährigen CEOs Mark Templeton und kurzen Wirren in der Führung verantwortet der langjährige Citrix-Veteran David Henshall seit Juli 2017 die Geschicke des Konzerns. Sein eher strategisch und weniger auf Produkte ausgerichteter Hauptvortrag [2] kam bei den Teilnehmern gut an – trotz kleinerer Pannen in den Live-Demos.

Technisch drehte sich die Keynote um den Workspace, den der Hersteller 2017 vorgestellt hatte. Ihn sieht Citrix als Kern des modernen mobilen Arbeitsplatzes an. Richtig implementiert soll der Nutzer so Dateien und Applikationen geräteübergreifend verwenden können – egal um welche es sich handelt. Workspace ersetzt den Citrix Receiver und einzelne Anwendungen wie ShareFile, stellt also ein einheitliches Frontend dar, das Feeds aus den einzelnen Applikationen im Backend aggregiert und sicher zusammenführt. Die Feeds können zum Beispiel die hauseigenen VDI-Komponenten XenApp oder XenDesktop, aber auch ShareFile oder SaaS-Dienste wie Office 365 sein.

Citrix legt ebenfalls Wert auf die Sicherheit: Workspace beinhaltet einen gehärteten Browser, der beim Zugriff auf die vorherrschenden Webapplikationen einen Schutz vor Informationsklau dank Wasserzeichen bieten soll. Im Endeffekt will der Hersteller die Kontrolle, die seine Kunden über die klassischen XenDesktop und XenApp-Anwendungen hatten, nun auch auf SaaS-Applikationen erweitern.

Auch den allgegenwärtigen Sicherheitsbedrohungen will der Hersteller Rechnung tragen. Antwort ist der Secure Digital Parameter, der Produkte mit Sicherheitsmetriken ausstattet. Dazu darf natürlich das viel beschworene Machine Learning nicht fehlen – beides soll nach einer Analyse in der Citrix Cloud auffälliges Nutzerverhalten erkennen können. Ähnlich einer Kreditkarte versieht das System das Handeln des Anwenders mit einer Risikobewertung und ergreift bei Abweichungen und plötzlichen Auffälligkeiten automatisierte Maßnahmen. Im Interview mit iX betonte der Konzern, dass die dazu notwendige Datenerfassung der DSGVO entspricht.

Insgesamt nahmen die Teilnehmer und Industrieanalysten Citrix' Pläne und die zugehörigen Produkte positiv auf. Ob sie ausreichen, das Unternehmen wieder auf die Gewinnerstraße zu bringen, bleibt abzuwarten – die Konkurrenz arbeitet seit Jahren an ähnlichen Konzepten. (Jens-Henrik Söldner, Torsten Volk) / (fo [3])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-4049061

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.citrixsynergy.com/home.html
[2] https://www.youtube.com/watch?v=UE8yT5CZjVM
[3] mailto:fo@heise.de