Menü
iX Magazin

DNUG: Open Document in Lotus Notes "Hannover"

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 45 Beiträge

Auf dem IBM Lotus Technical Forum hat Lotus-Chef Mike Rhodin angekündigt, dass Lotus Notes nächstes Jahr Editoren für Office-Dokumente im Open-Document-Format (ODF) erhält. Bei diesen so genannten IBM Productivity Tools handelt es sich um einen OpenOffice-Fork, den IBM an die Eclipse-Plattform angepasst hat und der auch im Workplace Managed Client genutzt wird. Die Productivity Tools bestehen aus Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationsprogramm. Neben ODF lesen und schreiben die Tools auch OpenOffice- und Microsoft-Office-Formate.

Unter dem Codenamen "Hannover" entwickelt IBM einen neuen Notes-Client auf Basis der Eclipse Rich Client Platform. Die Software soll alle bestehenden Notes-Anwendungen ausführen können, ist zugleich jedoch ein Client für andere service-orientierte Anwendungen. So lassen sich zusammengesetzte Anwendungen konfigurieren, die Informationen aus unterschiedlichen Backends auf dem Client integrieren. Lotus demonstrierte dazu eine Anwendung, die aus einer Notes-Datenbank, einem Portlet und einem Eclipse-Plugin bestand, die über den so genannten Property Broker verbunden sind.

Rhodin verspricht hundertprozentige Kompatibilität bestehender Notes-Anwendung: "Wenn eine Anwendung nicht läuft, dann ist das ein Bug, den wir beheben müssen." IBM hat für die neue Notes-Version die Oberfläche vom eigentlichen Notes-Kern getrennt und diese neu in Eclipse implementiert. Hinter den Kulissen läuft der identische Kern. Der neue Client wird im ersten Halbjahr 2007 erwartet. Im Gespräch mit heise online sagte Rhodin: "Ich bin weniger an der endgültigen GA (General Availability) interessiert, sondern eher am Zeitpunkt, wann wir eine Beta veröffentlichen können. Wenn meine eigenen Entwickler erst mal mit der Software arbeiten müssen, werden die Bugs schneller gefixt. Wir werden die erste interne Beta nächsten Monat freigeben und meine Entwickler wissen, dass ich jeden einzelnen Build installieren werde."

Zur oft kritisierten Benutzeroberfläche von Notes sagte Rhodin: "Wir haben 2002 umfangreiche Focus Groups veranstaltet und dabei kam heraus, dass wir uns vor allem um die TCO (Total Cost of Ownership) kümmern sollten. Das haben wir gemacht. Für den Notes-Client haben wir allerdings die falschen Leute befragt, nämlich die Admins. Jetzt fragen wir die Endbenutzer." Rhodin erklärte weiterhin, dass Lotus jetzt ein Outside-In-Design wählt. Zunächst wird die Benutzeroberfläche gestaltet und dann erst von den Entwicklern implementiert.

Der nächste Notes-Client wird vom Server aus mit Anwendungen provisioniert. Dazu hat Lotus zwei neue Datenbanken implementiert. Eine enthält die Definition der (zusammengesetzten) Anwendungen, die andere die eigentlichen Eclipse-Plug-ins. Der Notes-Client fragt den Server regelmäßig nach Updates und neuen Anwendungen und lädt diese dann vom Server herunter. Der Domino-Server verhält sich hier wie eine normale Eclipse Update Site, kann jedoch zusätzlich das NRPC-Protokoll (Notes Remote Procedure Call) verwenden, sodass der Domino-Server keinen HTTP-Zugang exponieren muss. (vowe)