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Deutsche Cloud: Microsoft nimmt Aufpreis für Daten, die daheim bleiben

Microsoft passt seine Produktpalette den Sicherheitsbedürfnissen deutscher Kunden an – und seine Preisliste: 25 Prozent mehr müssen im Namen des Datenschutzes drin sein.

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Microsoft nimmt Aufpreis für Daten, die daheim bleiben

T-Systems International beherbergt Microsofts Cloud Control Center in Berlin.

(Bild: Microsoft)

Am heutigen Dienstag startet Microsoft die Deutschland-Versionen von Office 365 und Power BI aus der Azure-Cloud. Die Datenbestände von Kunden mit einer Rechnungsadresse aus der EU und dem EFTA-Raum werden nur in Deutschland gespeichert, also in Frankfurt am Main sowie in Biere bei Magdeburg in einem Rechenzentrum des Datentreuhänders T-Systems International, der darüber hinaus ein "Cloud Control Center" in Berlin-Mitte betreibt. Die Rechenzentren sind nach ISO 27001 und ISO 27018 zertifiziert, in den kommenden Monaten folgt die SOC-Zertifizierung. Eine darauf aufbauende C5-Zertifizierung wird geprüft.

Die Daten der Kunden deutscher Tochterunternehmen von US-Firmen wie Microsoft sind allerdings nur dann offiziell vor dem Zugriff der US-Behörden geschützt, wenn die deutsche Niederlassung einen Daten-Treuhändervertrag mit einem deutschen Partner abgeschlossen hat. "Daran arbeitet eine Reihe amerikanischer Unternehmen", weiß Rainer Strassner, Principal Program Manager Azure bei Microsoft Deutschland. Gemäß dem Treuhänder-Konstrukt hat Microsoft selbst keinen Datenzugriff, sondern ist nur für die Service-Level-Vereinbarungen zuständig.

Die Online-Version von Office 365 Deutschland mit E-Mail, Videokonferenz und einem Terabyte Speicher kostet ab 5,30 Euro monatlich und damit 25 Prozent mehr als die internationale Version, weil eigens ein Rechenzentrum mit ausschließlich deutschen Mitarbeitern aufgebaut wurde. Weitere Services für Unternehmen, etwa Dynamics, sollen in den nächsten sechs Monaten folgen. (Ariane Rüdiger) / (un)