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Deutsche Hoster vermehrt im Fokus von Cyberkriminellen

Immer stärker nutzen Cyberkriminelle die technisch hochentwickelten Internet-Infrastrukturen der ersten Welt. Immer beliebter werden bei ihnen deutsche Hoster zum Verteilen ihrer Schadsoftware.

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Deutsche Hoster vermehrt im Fokus von Cyberkriminellen

(Bild: Infoblox)

Deutsche Hoster belegen in Sachen Malicious Domains Platz zwei hinter den USA. Das ergab der DNS Threat Index des Sicherheitsspezialisten Infoblox für das vierte Quartal 2015. Zusammen mit ihren US-Kollegen hosten sie etwa 92 Prozent aller neu entdeckten schädlichen Domains – 72 Prozent entfallen auf die Vereinigten Staaten, 19,7 Prozent auf Deutschland. An dritter Stelle sieht der Report die Türkei mit 1,8 Prozent, gefolgt von Irland mit 1,79 Prozent, der Schweiz mit 1,27 Prozent und Großbritannien mit 1,14 Prozent.

Obwohl die große Mehrheit der Cyberkriminellen weiter in Osteuropa, Südostasien und Afrika zu finden sind, nutzen sie für ihre Angriffe vermehrt die technisch hochentwickelten IT-Backbones der ersten Welt. Infoblox führt den massiven Anstieg in Deutschland darauf zurück, dass es einerseits in räumlicher Nähe zu osteuropäischen Ländern liegt, in denen viele cyberkriminelle Ringe aktiv sind, und andererseits grundsätzlich als sicherer und stabiler Marktplatz gilt.

Insgesamt ist der Index weiter angestiegen, gegenüber dem vierten Quartal des Vorjahres von 86 auf 128 Punkte, gegenüber dem dritten Quartal 2015 um 6 Punkte. Der DNS Threat Index lag im Jahr 2015 durchgehend hoch mit einem Rekordwert von 133 im zweiten Quartal 2015. Auch das erste Qaurtal 2015 lag mit 122 Punkten weit über bisherigen Jahresdurchschnitten.

Fünf Exploit-Kits dominieren die Szene der Cyberkriminellen, die ihre Attacken über Malicious Domains platziert.

(Bild: Infoblox)

Bei den neu entdeckten Exploit-Kits dominiert weiter Angler mit 56 Prozent, während Rig mit 20 Prozent aufholt. Nennenswert verbreitet sind außerdem Magnitude mit 10 Prozent, Nuclear mit 8 Prozent und Neutrino mit 4 Prozent. (sun)