Dreamforce 2019: Mehr Apple, KI und Integration bei Salesforce

Die diesjährige Kundenveranstaltung von Salesforce in San Francisco übertraf erwartungsgemäß wieder einmal alle Rekorde.

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Dreamforce 2019: Mehr Apple, KI und Integration bei Salesforce

(Bild: Harald Weiss)

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  • Harald Weiss

Mit 171.000 registrierten Teilnehmern, 13,2 Millionen Online-Viewern und 2700 Präsentationen ist die diesjährige die größte Dreamforce aller Zeiten. Ein Highlight war die erweiterte Kooperation mit Apple, bei der außer der überarbeiteten Salesforce Mobile App jetzt auch die neue Online-Trainingsplattform Trailhead Go im App-Store verfügbar ist. Letztere gibt es vorläufig nur exklusiv bei Apple, wobei aber bereits angedeutet wurde, dass es demnächst auch eine Android-Version geben wird.

Die neue erweiterte Kooperation mit Apple nutzten Salesforce-CEO Mark Benioff und Apple-CEO Tim Cook zu einem gemeinsamen Podiumsgespräch. Angekündigt war es als Fireside Chat, doch letztlich war es ein harmloser Smalltalk mit wenig Newsgehalt. Cook unterstrich vor allem Apples Anstrengungen, um verstärkt im Business-Bereich Fuß zu fassen. "Anfangs ging es beim mobilen Computing nur um E-Mails und andere Formen der Kommunikation, doch mehr und mehr werden diese Endgeräte auch als Plattform für komplexe Geschäftsanwendungen genutzt", sagte er über die erweiterte Business-Strategie.

Plauderstunde auf Plüschsesseln

(Bild: Harald Weiss)

Der Rest des Gesprächs waren philosophische Betrachtungen über Unternehmensmanagement und den legendären Führungs- und Präsentationsstil von Steve Jobs.

Zuvor hatte Benioff in seiner Keynote bereits die News-Highlights der diesjährigen Veranstaltung vorgestellt. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um zwei Bereiche: mehr Automation und mehr Integration. Was die Automation angeht, so hat man das Sprach-Interface der CRM-Plattform mithilfe des KI-Moduls-Einstein um RPA-Funktionen (Robotic Process Automation) erweitert. In der Keynote gab es eine Live-Demo, bei der jemand in natürlicher Sprache mit einem Chat-Roboter kommunizierte, um ein Auto anzumieten. Hierzu bietet Salesforce jetzt auch eine Plattform an, auf der Entwickler und Admins sehr schnell eigene Voice-Apps erstellen können.

"Mit Einstein bieten wir ein Sprach-Interface für jede Branche und Anwendung", führte Benioff aus.

(Bild: Harald Weiss)

Im Bereich Integration wurde Customer 360 Truth vorgestellt. Unter dem Label "A single Version of Truth" handelt es sich um ein Modul für einen umfassenden Gesamtblick auf alle Daten eines Kunden – egal wo die Daten gespeichert sind. Jeder Kunde hat eine eindeutige ID und damit lassen sich von den Akquisitionsgesprächen bis hin zu Serviceberichten alle verfügbaren Informationen übersichtlich abrufen. Customer 360 ist darüber hinaus eine virtuelle Salesforce-Plattform. Hierunter versteht man nicht ein physisch integriertes System, sondern vielmehr eine Aufstellung aller Salesforce-Programme mit ihren Anwendungsbereichen. Neu in dieser Produktfamilie sind die Analytics von Tableau-Software, einem Unternehmen, das Salesforce im vergangenen Juni erworben hat.

Schon im Vorfeld des Events gab es Hinweise zur Infrastrukturnutzung von Salesforce. So wird die AWS-Cloud-Nutzung im Bereich der Call-Center- und Trailhead-Angebote erweitert, gleichzeitig wird aber auch Azure für die Marketing-Angebote eingesetzt. "Es zeigt sich, dass Salesforce seine Stärke im Plattform- und SaaS-Geschäft sieht und sich dabei vor allem auf die großen Infrastrukturanbieter abstützen will", kommentierte Forrester-Analyst Jay McBain die erweiterten Kooperationen.

Weitere Informationen zur Dreamforce 2019 finden sich auf der Konferenz-Website. Hier kann man auch den Aufzeichnungen der Keynote folgen.

Siehe dazu auf heise online:

(ane)