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EU-Kommission kritisiert mangelnden Mobilfunk-Wettbewerb

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Zwar sind die Roamingpreise in der EU in den vergangenen fünf Jahren um über 70 Prozent gesunken. Doch unter den von der EU festgesetzten Höchstbeträgen bleiben die Mobilfunkbetreiber mit ihren Gesprächstarifen nicht. Offenbar gebe es noch nicht genug Wettbewerb in diesem Bereich, kritisiert nun die zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes.

Die Kommission hat einen Zwischenbericht (PDF) zum Stand des EU-weiten Roaming vorgestellt. Darin kommt sie zu dem Schluss, dass trotz eines geschätzten Rückgangs der Reisen um 12 Prozent in den vergangenen zwei Jahren die Nutzung der mobilen Dienste zugenommen habe. So seien im Sommer 2009 rund ein Fünftel mehr grenzüberschreitende SMS verschickt worden als ein Jahr zuvor.

Während die Großhandelspreise (rot und grün) für das Daten-Roaming drastisch gefallen sind, sanken die Verbraucherpreise (blau) deutlich weniger.

(Bild: http://ec.europa.eu/information_society/activities/roaming/docs/interim_report2010.pdf)

Im Datenroaming habe es sogar 2009 einen Zuwachs von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr gegeben. In diesem Bereich haben die Mobilfunkanbieter den von der Kommission vorgeschriebenen Großhandelspreis von 1 Euro pro Megabyte unterschritten; sie berechnen sich im Durchschnitt 0,55 Euro. Allerdings mussten Roaming-Kunden in der EU durchschnittlich 2,66 Euro pro Megabyte bezahlen, in einigen Ländern sogar bis zu 6 Euro.

Bis 2011 will die Kommission die im vorigen Jahr beschlossenen Roaming-Vorschriften daraufhin überprüfen, ob das Ziel des digitalen Binnenmarkts erreicht ist. Bis 2015 sollen die Unterschiede zwischen Roaming- und Inlandstarifen völlig verschwinden. (ck)