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EU-Studie: Mehr Frauen in der ITK-Branche bringt 9 Milliarden Euro BSP-Steigerung

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Wachstumsreserven in Höhe von 9 Milliarden Euro im Bruttsozialprodukt (BSP) sieht eine Studie der Europäischen Kommission, wenn der Frauenanteil im digitalen Sektor gesteigert wird.

Den immer noch zu geringen Anteil von Frauen in dieser Branche verdeutlichen einige Zahlen: Von 1000 Frauen mit einem Bachelor- oder vergleichbaren Abschluss legen 29 diesen in einem ITK-Fach ab, im Unterschied zu 95 Männern. Und nur vier von Tausend dieser Absolventinnen arbeiten schließlich auch in der Branche. Dabei verdienen Frauen in der ITK im Schnitt 9 Prozent mehr als in anderen Branchen, haben flexiblere Arbeitszeiten und sind seltener arbeitslos. Weibliche Chefs hat nur knapp jeder fünfte in der ITK Beschäftigte, in der "analogen" Wirtschaft haben 45,2 Prozent weibliche Vorgesetzte.

Die angenommene Steigerung durch die Erhöhung des Frauenanteils begründet die Studie durch die höhere Profitabilität bei mehr weiblichen Beteiligten in der Unternehmensführung. So seien in solchen Firmen sowohl die Eigenkapitalrendite als auch die Aussschüttungen an die Aktionäre um rund ein Drittel höher. Es gebe keinen Zweifel daran, dass mehr Frauen in Business ein gesünderes Geschäft bedeuteten, erklärte die Chefin der Digitalen Agenda Neelie Kroes ("We now know, beyond doubt, that more women in a business mean a healthier business.").

Vier Bereiche sollen laut Studie angegangen werden, um das Problem zu entschärfen:

  • Mehr Frauenförderung durch mit der Industrie vereinbarte, harmonisierte Karrierepfade.
  • Mehr weibliche Unternehmensgründungen, indem Start- und Venture-Kapital bereit gestellt wird.
  • Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Frauen, indem zum Beispiel ihr positiver Beitrag zur Unternehmensentwicklung betont wird.
  • Image-Auffrischung der ITK, indem sie mit Begriffen wie "aufregend", "vielfältig" und "profitabel" belegt wird.

Als Grund für den geringen Frauenanteil sieht die Studie auch in der ITK die üblichen Gründe: stereotypische Frauenbilder, innere Hürden wie mangelndes Selbstbewusstsein und Verhandlungsgeschick, Risiko-Aversion und negative Einstellungen gegenüber Wettbewerb sowie äußere Faktoren wie eine stark männerdominierte Umgebung, Schwierigkeiten bei der Work-Life-Balance sowie fehlende Rollenvorbilder. (js)