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EU spart sich 11-Millionen-Spritze für Symbian

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Die EU hat ein im vergangenen November angeschobenes Projekt, das Nokias damals noch freies Betriebssystem Symbian fördern sollte, gestoppt. Im Rahmen der Artemis-Gruppe, die sich der Forschung und Entwicklung von Embedded Systems widmet, wollte die EU mit Partnern für das Symbeose-Projekt innerhalb von drei Jahren rund 22 Millionen Euro ausgeben. Die Hälfte davon sollte die EU-Kommission spendieren, den Rest 24 beteiligte Firmen und Forschungseinrichtungen.

Ziele des Vorhabens "Symbian – the Embedded Operating System for Europe" , in dem sich unter anderem Nokia, ST-Ericsson und Telefonica engagierten, waren Verbesserungen am Betriebssystem wie asymmetrisches Multiprocessing, plattformübergreifende Entwicklungswerkzeuge sowie virtuelle Simulatoren und die Entwicklung von Frameworks, unter anderem für mobile Bezahldienste. Bevor jedoch Geld an das Konsortium floss, hat Artemis die Zusammenarbeit abgebrochen, wie aus dem in der vergangenen Woche veröffentlichten Jahresbericht (PDF-Dateil) hervorgeht.

Als Gründe nennt die Organisation unter anderem die Unsicherheit über die restliche Lebensdauer von Symbian und Zweifel an der dauerhaften Existenz einer großen Nutzergruppe. Darüber hinaus solle Symbian im Rahmen des Projekts für das "Internet der Dinge" umgebaut werden, obwohl es keine Informationen zu einem diesbezüglichen Markt gebe und die Beteiligten in diesem Bereich nicht führend seien. Ein ungenannter französischer Projektpartner, bei dem es sich um Orange handeln könnte, bringe zwar mit 4,4 Millionen Euro den größten Beitrag ein, wolle aber nicht als Koordinator auftreten.

"Es ist wirklich schade, dass Symbeose nicht abhebt", beurteilt Artemis-Direktor Eric Schutz die Entwicklung. Eine andere Entscheidung sei jedoch nicht möglich gewesen. (ck)