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Erster Release-Kandidat von MySQL 5.5 mit InnoDB als Default

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Auf seiner Open-World-Konferenz präsentierte Oracle mit 5.5.6 einen ersten Release-Kandidaten von Version 5.5 der freien Datenbank MySQL. Die Software sei voll funktionsfähig, es handele sich aber noch nicht um die "GA"-Variante (general availability), so der für die Entwicklung zuständige Tomas Ulin. 5.5 ist die erste MySQL-Version unter Ägide von Oracle seit der Übernahme von Sun.

Deutlich zeigt sich die Handschrift des neuen Eigentümers am geänderten Default für die Datenbank-Engine: Statt des alten MyISAM ist nun das transaktionsfähige InnoDB voreingestellt. Es soll laut Oracle deutlich schneller als in der Vorgängerversion arbeiten, unter anderem durch mehrere Rollback-Segmente und die Nutzung von asynchronem I/O unter Linux. Insbesondere soll MySQL nun bei vielen gleichzeitigen Verbindungen auf Multi-Core-Maschinen nicht mehr so schnell in die Knie gehen. Das haben die Entwickler durch Änderungen bei den vom Server verwendeten Threads erreicht, unter anderem durch dedizierte Locks für einzelne Aufgaben statt des bislang verwendeten globalen Lock.

Neu sind SIGNAL/RESIGNAL, die standardkonforme Fehlerbehandlung in Stored Procedures erlauben. Ein Performance-Schema liefert Informationen über interne Leistungsdaten des MySQL-Servers. Partitions dürfen anhand von Werten mehrerer Spalten definiert werden. Die Zuverlässigkeit will Oracle durch halb-synchrone Replikation verbessert haben.

Binaries für diverse Betriebsysteme und Quellcode stehen zum Download bereit. Details der Neuerungen in MySQL 5.5 enthält ein Online-Dokument.

Die sogenannten Engines unterscheiden MySQL von anderen Datenankensystemen. Sie übernehmen die eigentliche Datenverwaltung. Je nach Aufgabenstellung stehen spezialisierte Engines zur Verfügung. Das bislang als Default vorgesehene MyISAM steht zwar im Ruf, sehr schnell zu arbeiten. Es bietet jedoch weder Transaktionen noch Fremdschlüssel. Sie gehören zum Repertoire von InnoDB, dem jedoch wiederum die in MyISAM vorhandenen Volltext-Indizes fehlen. Diese Funktion will Oracle in Zukunft nachrüsten. (ck)