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Ex-Mozilla-Chef fordert Apple und Google heraus

Mit einem eigenen Mobilbetriebssystem will der Ex-Präsident von Mozilla Li Gong eine Alternative zu Apples iOS und Googles Android schaffen. Eine Investition von 100 Millionen US-Dollar gibt seinem Unternehmen Acadine dabei mächtigen Rückhalt.

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Firefox-OS

(Bild: dpa, Peter Kneffel/Archiv)

Der frühere Mozilla-Präsident Li Gong hatte dem Unternehmen im April 2015 den Rücken gekehrt, um mit einer eigenen Firma ein Betriebssystem für Mobilgeräte zu entwickeln. Etwa 40 Mozilla-Entwickler folgten ihm. Vom Technologieinvestor Tsinghua Unigroup International, Tochter eines chinesischen Staatskonzerns, erhält sein Start-up Acadine Technologies (bislang unter dem Decknamen "Gone Fishing" firmierend) nun 100 Millionen US-Dollar Kapital, wie CNet berichtet.

Das Unternehmen mit Sitz in Hongkong besitzt bereits Büros in Peking sowie in Taiwan, England und den USA. Li Gong entwickelt das H5OS genannte Betriebssystem für Smartphones, Tablets, Wearables und das Internet of Things. Es soll wie das Vorbild Firefox OS auf HTML5 und WebApps an Stelle von nativen Apps setzen und Apples iOS und Googles Android Paroli bieten, wie Li Gong in einem Interview mit dem Wall Street Journal verriet. Als Vorteile etwa gegenüber Android sieht er die geringeren Hardwareanforderungen, die zu günstigeren Smartphones beitragen könnten, sowie die Offenheit des Betriebssystems ohne Abhängigkeit von Standard-Apps wie Google Maps und der Google-Suche.

Erst kürzlich hatte Mozillas Technikchef Andreas Gal das Unternehmen verlassen, um ein Start-up zu gründen. Er war als CTO für die Weiterentwicklung von Firefox OS verantwortlich, Mozillas offenem Mobilbetriebssystem als Alternative zur Dominanz von Apple und Google. Geräte mit Firefox OS konnten sich hierzulande bisher jedoch nicht etablieren. Einige Anbieter versuchen in sogenannten Schwellenländern Fuß zu fassen und bieten dort günstige Firefox-OS-Smartphones mit einfacher Ausstattung an. Nach einigen Versuchen in Europa mit Mittelklasse-Geräten wie dem Alcatel One Touch Fire E oder dem Geeksphone Revolution ist es eher still geworden um die freie Betriebssystemalternative. (tiw)