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Experten sollen beim Hochschulzulassungsverfahren helfen

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Ganz große Würfe brauchen etwas länger – das gilt auch für das neue zentrale System zur Hochschulzulassung. Es sollte ursprünglich bereits für das Wintersemester 2011/12 zur Verfügung stehen, musste jedoch kurzfristig auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Offiziell gibt es zwar keine Schuldzuweisungen, aus internen Unterlagen geht jedoch hervor, dass die Verzögerung in erster Linie auf das Konto der Hannoveraner HIS GmbH geht.

Das sieht wohl auch deren Aufsichtsrat so, der jetzt externe Sachverständige um Hilfe bitten will. Sie sollen die Probleme untersuchen und unter anderem den notwendigen Entwicklungsaufwand sowie die -dauer prüfen. Auch die von HIS veranschlagten Kosten für die Änderung an ihrer Software sind Gegenstand der Expertenrunde. Zudem verlangt der Aufsichtsrat eine externe Evaluierung der IT-Abteilung.

Die HIS GmbH gehört zu gleichen Teilen dem Bund und den Ländern. Sie ist Marktführer bei den Campussystemen. Das dort noch überwiegend verwendete Modul QISZUL hat HIS jedoch bislang nicht so anpassen können, dass es fehlerfrei mit der von T-Systems gelieferten Portal-Software zusammenarbeitet. Zu den Bugs gehören unter anderem fehlerhafte Zeitstempel und verlorengehende Bewerbungen. Eine Implementierung aller vorgesehenen Funktionen hält der Geschäftsführer des Unternehmens nicht vor 2013 für möglich.

Geplant war das "Dialogorientierte Serviceverfahren" (DoSV) für den Zugang von Studenten und Hochschulen zu den Bachelor-Studiengängen mit lokaler Zulassungsbeschränkung. Dazu sollten die Hochschulen ihre Angebote bei einem zentralen Portal einstellen, bei dem sich wiederum die Studenten für bis zu 12 Studienfächer und -orte bewerben. Auch die anschließende Zulassung und deren Annahme durch die Bewerber gehören zu den Funktionen des Portals, und wer eine Zulassung annimmt, wird automatisch aus den Bewerberlisten der anderen Hochschulen gelöscht. Durch das DoSV sollten Studienplätze schneller vergeben werden. Von diesen Plänen ist das Projekt jedoch schon lange abgerückt. Schon die jetzt verschobene Variante war nur noch ein bisschen zentral: Das Portal hätte den Bewerbern lediglich eine eindeutige ID geliefert, mit der sie sich dann weiterhin bei jeder Hochschule direkt beworben hätten. Die Synchronisierung mit der HIS-Software hätte per Dateiübertragung mit sftp stattgefunden. (ck)