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Französische NGOs verklagen Samsung wegen Kinderarbeit

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Untersuchungen der US-Organisation "China Labor Watch" (CLW) haben jetzt drei französische Nicht-Regierungsorganisationen dazu veranlasst, den südkoreanischen Smartphone- und Tablet-Hersteller Samsung zu verklagen. CLW wirft dem Konzern unter anderem vor, in eigenen Fabriken und bei Zulieferern Jugendliche unter 16 Jahren zu beschäftigen .

Im September 2012 veröffentlichte CLW eine ausführliche Studie über die Arbeitsbedingungen bei der Herstellung von Samsung-Produkten. Das Unternehmen betreibt in China 12 eigene Fabriken und bedient sich darüber hinaus zahlreicher Zulieferer. Der CLW-Bericht führt zahlreiche Verstöße gegen das Arbeitsrecht auf. So müssten die Beschäftigten bis zu 12 Stunden im Stehen arbeiten, es gebe Diskriminierung aufgrund des Geschlechts oder des Alters, es würden 100 Überstunden und mehr im Monat verlangt und in mehreren Betrieben seien Mitarbeiter unter 18 Jahren zu denselben Bedingungen wie Erwachsene beschäftigt worden.

Ende 2012 veröffentlichte die Organisation eine Mitteilung, derzufolge bei einem chinesischen Samsung-Zulieferer drei Mädchen unter 16 Jahren beschäftigt gewesen seien. Sie warf dem Hersteller vor, seine Kontrollen seien offensichtlich unwirksam.

Gemeinsam haben jetzt die Organisationen Peuples solidaires, :SHERPA und Indecosa-CGT in Bobigny bei Paris Klage gegen Samsung eingereicht. Sie beschuldigen das Unternehmen "irreführender Geschäftspraktiken": Die kritisierten Arbeitsbedingungen verstießen gegen seine ethischen Selbstverpflichtungen. Dabei beziehen sich die Kläger insbesondere auf die Zusage Samsungs, keine Menschen unter 16 Jahren zu beschäftigen. Eine Klage dieser Art ist ihnen zufolge das erste Mal in Frankreich eingereicht worden. (ck)