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Fraunhofer-Institut bekommt Patent für VoIP-Signatur

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Mit einem von drei Mitarbeitern des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnik (SIT) entwickelten Verfahren lassen sich Aufzeichnungen von VoIP-Gesprächen signieren. Dadurch ist nach Aussage der Forscher ein mündlicher Vertragsabschluss mit hoher Rechtssicherheit ebenso möglich wie das fälschungssichere Protokollieren von Anrufen in Callcentern. Zudem ließen sich VoIP-Angriffe durch heimliches Weiterverbinden verhindern. Ähnlich wie qualifizierte Signaturen für digitale Dokumente könne das Verfahren für paketbasierte Kommunikation allgemein die "Nichtabstreitbarkeit" gewährleisten.

Für die von Nicolai Kuntze, Andreas Schmidt und Christian Hett entwickelte Technik hat das Deutsche Patent- und Markenamt ein Patent erteilt. Sie fasst eine wählbare Anzahl von VoIP-Paketen zu einer Einheit zusammen, die signiert wird. Außerdem enthält jedes Paket einen Verweis auf seinen Vorgänger in Form eines Hash. Dadurch sollen nicht nur einzelne Pakete, sondern die gesamte Kommunikation kryptographisch gesichert sein. Für die Signatur können beliebige Schlüssel und Schlüssellängen benutzt werden. Das Verfahren verträgt sich mit den VoIP-Protokollen SIP (Session Initiation Protocol), SDP (Session Description Protocol) und RTP (Real-Time Transport Protocol). Die 33-seitige Patentschrift steht online (PDF) zur Verfügung. (ck)