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FreeNAS 11.2: Neues WebGUI und Anbindung von Public Clouds

Im neuen FreeNAS 11.2 erwarten Nutzer eine neue WebGUI, ein neues Managementsystem für Jails und die Anbindung Public Clouds.

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Mit der neuen Version 11.2 aktualisierte das FreeNAS-Projekt seine freie NAS-Distribution nur kurz vor dem Release der Basis FreeBSD 12. Ein neues WebGUI, ein neues Jail-Framework und zusätzliche Cloud-Anbindungen sollen Nutzern das Update schmackhaft machen.

Ungewöhnlich: FreeNAS fühlt sich auf einem USB-Stick wohler als auf einer Festplatte.

(Bild: Michael Plura)

FreeNAS empfiehlt die Installation der Version 11.2 auf einem mindestens 8 GByte großen Medium (CF-Karte, DOM oder USB-Stick), um alle weiteren Festplatten oder SSDs exklusiv als Datenspeicher nutzen zu können. Das bevorzugte Dateisystem ist ZFS, ext2/ext3 oder FAT32 und NTFS sind von Hand konfigurierbar. Die Dateisysteme setzen auf Software RAID 0, 1 und 5 oder JBOD auf. ZFS-Pools lassen sich in den verschiedenen RaidZ-Stufen anlegen. Daten stellt das System über CIFS (Samba), FTP, NFS, SSH, rsync, iSCSI, AFP/Avahi (zeroconf), SNMP oder BitTorrent bereit; FreeNAS verschlüsselt sie per 3DES (168 Bit), AES (256 Bit), Blowfish (448 Bit) oder Camellia (256 Bit).

Das neue WebGUI wirkt modern und gilt in der aktuellen Version 11.2 endlich als komplett.

(Bild: Michael Plura)

Die Installation erfolgt im Textmodus, die eigentliche Konfiguration über ein seit Version 11 neu entwickeltes WebGUI. Das FreeNAS-Projekt hat es in Googles Angular entwickelt, einem auf TypeScript basierendem Webapplikationsframework für grafische Frontends. Mit Version 11.2 ist das WebGUI "feature-complete": Die Farbgebung in Gelb und Blau auf dunklem Grund und die ungewöhnlichen Animationen bei vielen Aktion sehen zunächst schick aus, können im administrativen Alltag mit ihrer Verspieltheit aber ablenken. Beim Anmelden ist das klassische WebGUI aus Kompatibilitätsgründen für Jails und Plugins als "Legacy Web Interface" auswählbar.

Bereits mit der ersten 11.2-BETA Mitte des Jahres wechselte FreeNAS von GRUB zum nativen FreeBSD-Bootmanager. Jails (FreeBSD-Container), in denen FreeNAS auch Plugins laufen lässt, werden nicht mehr mit dem angestaubten Warden-Framework, sondern über iocage verwaltet. Das erfordert bei Upgrades einige Handarbeit, da die APIs der beiden Jail-Verwaltungen inkompatibel sind.

Ein Migrationsskript auf der GitHub-Seite des Projekts versucht dies automatisch zu erledigen, konvertiert aber nicht jedes Jail. Die Entwickler empfehlen daher, Plugins und Jails über das WebGUI neu zu installieren. Als Übergangslösung laufen bisherige Plugins und Jails auch weiterhin unter FreeNAS 11.2 und lassen sich über das beim Login auswählbare Legacy-WebGUI verwalten. Mit iocage sollen sich Plugins künftig einfacher entwickeln lassen, wie der FreeNAS User Guide unter Punkt 13.4 zeigt. Zusätzliche Prüfungen sollen den Betrieb von virtuellen Maschinen mit Bhyve unter FreeNAS stabiler machen.

FreeNAS lässt sich mit externen Cloud-Storages verbinden, darunter Amazon S3, Google Cloud, Microsoft Azure, Backblaze B2, aber auch FTP/SFTP und WebDAV und sogar Dienste wie Dropbox, Mega oder Yandex. Vor dem Transfer verschlüsselt das System die Daten und Dateinamen und speichert sie auch so in der Cloud. Lokale Daten lassen sich zusätzlich über Self-Encrypting Drives (SEDs) sichern, sofern man dem dafür genutzten TPM-Chip traut.

FreeNAS steht als Open-Source-Software unter einer BSD-Lizenz und kann frei von der Projektseite heruntergeladen werden. Anwender sollten seit dem FreeNAS Corall-Desaster vorsichtig an ein Upgrade herangehen und die Hinweise der Entwickler auf mögliche Probleme in den Release Notes ernst nehmen. (Michael Plura) / (fo)