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Freies Betriebssystem Minix 3.3.0 veröffentlicht

Andrew S. Tanenbaum hat Version 3.3.0 seines freien Betriebssystems Minix veröffentlicht. Es ist vor allem für Embedded-Umgebungen gedacht und läuft auf x86- und ARM-Systemen.

Mit Version 3.3.0[1] haben die Entwickler um Andrew Tanenbaum ihr freies Betriebssystem Minix auf den aktuellen Stand gebracht. Es basiert auf einem Mikrokernel, der bloß 12.700 Zeilen Code umfasst. Dabei ist der Kern ausschließlich für die Interrupts und den Nachrichtenaustausch zuständig, der Rest des Systems läuft im User-Modus.

Dabei bleibt jeder Treiber in einem eigenen Prozess im User-Modus, isoliert von der Memory Management Unit (MMU), die den Zugriff auf den Arbeitsspeicher verwaltet. So kann das System einen Treiber einzeln neu starten, falls dieser abstürzt, ohne dass Anwendungen dabei in Mitleidenschaft gezogen würden. Insgesamt benötigt das gesamte OS 25 MByte lokalen Speicher, der Kern kommt mit 600 KByte aus.

Für Applikationen kann man auf über 4000 NetBSD-Pakete zurückgreifen, zu denen Minix zum größten Teil kompatibel sein soll. Zudem stehen die clang/LLVM- und gcc-Compiler zur Verfügung, darüber hinaus kann man auf Sprachen wie Perl oder Python zurückgreifen.

Minix ist vor allem für den Einsatz in Embedded-Umgebungen gedacht, entsprechend läuft das Betriebssystem sowohl auf der x86- als auch der Cortex-A8-Architektur von ARM. Für das BeagleBoard XM, BeagleBone white und BeagleBone black stehen bereits Ports zur Verfügung. Genauso kann man das OS auf einer virtuellen Maschine betreiben.

Minix und Tanenbaum gelangten auch in der Historie von Linux[2] zu einiger Bekanntheit. Nicht nur bezog sich Torvalds in den ersten Lebenszeichen seines Werks auf das System, zudem kritisierte Tanenbaum Linux wenig später als in kurzer Zeit veraltet und obsolet. (fo[3])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-2392287

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.minix3.org/330.html
[2] https://www.heise.de/meldung/Vor-20-Jahren-Linux-0-01-1341129.html
[3] mailto:fo@heise.de