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GNU Hurd 0.9 erschienen

GNU Hurd 0.9 erschienen

Neues Lebenszeichen von der UNIX-Alternative: Das Projekt GNU Hurd hat Version 0.9 seines Kernels sowie ein Update des Mach-Microkernels veröffentlicht.

Beim GNU-Projekt wird weiter an Hurd gearbeitet: Nach dem Update der Komponenten im Mai 2016 liegt nun bereits die zweite Neuerung in diesem Jahr vor. Der als Ersatz für einen UNIX-Kernel gestartete Hurd-Kernel (eine Sammlung von Servern, die grundlegende Betriebssystemdienste erledigen) ist in Version 0.9 veröffentlicht worden. Neben Fehlerkorrekturen haben die Entwickler etwa einen Ethernet-Multiplexer für virtuelle Interfaces sowie den Paketfilter libpf (die Berkeley Packet Filter Library) ergänzt.

Der Mach-Microkernel, auf dem Hurd aufsetzt, erreicht Version 1.8. Dort gab es vor allem Umbauten am Speichermanagement und beim Debugging. Der zugehörige Mach 3 Interface Generator (MIG) wurde ebenfalls auf Version 1.8 aktualisiert und die Bibliothek glibc auf Version 2.23. Details beschreiben die Entwickler in den Release Notes [1].

GNU Hurd hat bereits eine mehr als 25 Jahre dauernde bewegte Geschichte [2] hinter sich. Vom Ziel, tatsächlich einmal als UNIX-Ersatz im produktiven Einsatz zu fungieren, hat man sich mittlerweile verabschiedet – zu groß erscheint der Aufwand, und zu erdrückend ist die Dominanz von Linux. Dennoch genießt GNU Hurd als Studie und Experimentierfeld der Microkernel-Architektur einige Aufmerksamkeit. Hurd ist mittlerweile auch in eine Variante der Debian-Distribution [3] übertragen worden und kann dort ausprobiert werden. (tiw [4])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-3576693

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.gnu.org/software/hurd/news/2016-12-18-releases.html
[2] https://www.gnu.org/software/hurd/history.html
[3] http://www.debian.org/ports/hurd/index.en.html
[4] mailto:tiw@heise.de