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Gebrauchte Elektro-Auto-Akkus speichern Ökostrom für Rechenzentren

Ein EU-gefördertes Forschungsprojekt will regenerative Energiequellen (nicht nur) für gewöhnliche Rechenzentren besser nutzbar machen: GreenDataNet sucht nach bezahlbaren Lösungen für höhere Effizienz und zur Speicherung elektrischer Energie.

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Projekt GreenDataNet: Rechenzentren sollen regenerative Stromquellen besser nutzen und sogar als Stromnetz-Puffer dienen.

(Bild: GreenDataNet)

Im Rahmen des drei Jahre laufenden Forschungsprojekts GreenDataNet kooperieren vier Firmen, zwei Hochschulen und ein Forschungsinstitut mit dem Ziel, erneuerbare Energien besser zu nutzen, und zwar vor allem in Rechenzentren. Ein Ansatz ist dabei, Akkumulatoren nicht nur für die unterbrechungssichere Stromversorgung (USV) des Rechenzentrums zu verwenden, sondern auch als Pufferspeicher für schwankenden Wind- und Solarstrom. Überschüssige Speicherleistung kann dabei auch an lokale Energieversorger verkauft werden, um zusätzliche Einnahmen zu erzielen.

Der Rechenzentrums-Ausstatter Eaton aus den USA untersucht die Möglichkeiten, gebrauchte Akkus des Elektrofahrzeugs Nissan Leaf in USV-Systemen weiter zu nutzen. Im stationären Betrieb spielen Kriterien wie Volumen oder Gewicht pro gespeicherte Kilowattstunde eine kleinere Rolle als im Auto. In Japan ermöglicht Nissan es bereits, den Auto-Akku als Puffer für den Haushaltsstrom zu nutzen (Leaf to Home). Doch auch Solarstromspeicher wie der Powerrouter von Nedap oder Bosch BPT-S 5 Hybrid können als Notstromversorgung arbeiten, also eine USV in manchen Fällen ersetzen.

Eine Fülle einzelner Maßnahmen trägt zur optimalen Nutzung der Energie bei.

(Bild: GreenDataNet)

Um die Effizienz des Rechenzentrums insgesamt zu optimieren, arbeiten einige der Kooperationspartner an einer Kombination aus Sensoren und Software: Damit sollen beispielsweise Bereiche im Rechenzentrum erkannt werden, wo Leistungsaufnahme oder Hitzeentwicklung ungünstig sind. Virtualisierte Server könnten dann per Live Migration automatisch auf andere Maschinen verschoben werden. Die Software soll aber auch die Vorausplanung der Lasten stark verbessern, um die Stromversorgungs- und Kühlsysteme in besonders effiziente Betriebspunkte zu steuern. (ciw)