Gehirnchip macht bei IBM Fortschritte

Forschern ist es gelungen, im Rahmen des Projektes SyNAPSE erste Protoypen von Chips für selbst lernende Computer herzustellen.

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SyNAPSE hat eine neue Generation von Prozessoren hervorgebracht. Im Rahmen des Projektes des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums "Systems of Neuromorphic Adaptive Plastic Scalable Electronics" ist es Forschern bei IBM in Armonk (USA) gelungen, das Phänomen der Informationsverarbeitung von Neuronen und Synapsen in Organismen auf Algorithmen abzubilden, die sich in Schaltkreise umsetzen lassen. Nun beginnt man, anhand zweier Chip-Prototypen Tests durchzuführen.

IBM hat zwei Entwürfe dazu entwickelt: Beide Cores sind im 45-nm-Prozess gefertigt und enthalten 256 "Neuronen". Jeder Kern enthält 262.144 programmierbare und 65.536 lernfähige "Synapsen". Das Team von IBM habe bereits einfache Anwendungen wie Navigation, Mustererkennung oder maschinelles Sehen damit vorführen können.

Vorlage: Die Synapsen-Strukturen im Gehirn liefern die Vorlage für die chips des Cognitive Computer.

(Bild: IBM)

Bei einem kognitiven Computer geht es nicht darum, ihn nach Art einer Von-Neumann-Maschine zu programmieren. Statt dessen soll er in der Lage sein, aus Erfahrungen zu lernen, selbst Zusammenhänge zu finden, Vermutungen anzustellen und ein Gedächtnis zu entwickeln.

Das Projekt SyNAPSE, an dem neben IBM auch US-amerikanische Universitäten beteiligt sind, läuft bereits seit 2008 im Rahmen der Cognitive Computing Initiative. Die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) hat ein Preisgeld von 21 Millionen US-$ für die zweite Phase von SyNAPSE ausgeschrieben, in der ein funktionsfähiger Computer entstehen soll. (rh)