Gemeinsamer Rechnungsstandard: ZUGfeRD und Factur-X

Heute werden die e-Rechnungsformate Factur-X 1.0.05 und ZUGFeRD 2.1. freigegeben. Ein ebenfalls aktualisierter Validierer erscheint zeitgleich.

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(Bild: Österreichische Nationalbank/Laurent Neuhauser)

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Das von der Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung e.V. herausgegebene elektronische Rechnungsformat ZUGFeRD erscheint heute in Version 2.1. und das vom französischen Forum National de la Factur Electronique herausgegebenene Factur-X in Version 1.0.05. In den Updates geht es weniger um zusätzliche Features, sondern um Detailverbesserungen und behandelte Kinderkrankheiten, die den Einsatz bisher stark bremsten. Das Bundesministerium für Wirtschaft (BMWI) erhofft sich dadurch einen Abbau bürokratischer Hürden beim grenzüberschreitenden elektronischen Rechnungsaustausch mit Frankreich.

Syntaktische Prüfprogramme für elektronische Rechnungen, Validatoren genannt, spielen beim Umsetzen von Formaten wie Factur-X und ZUGFeRD eine große Rolle, weil sie Empfänger simulieren können. Softwarehersteller können Beispielrechnungen in den Validierer geben und müssen sie dann nicht mehr gegen viele verschiedene Empfängerprogramme prüfen. Weiterhin können die Validatoren die Rechnungen beim Empfänger in der Regel „nachrechnen“, es entfällt also ein manueller Prüfschritt.

Der kostenlose Open-Source-Validator ZUV (ZUGFeRD und VeraPDF) ist an die neuen Versionen angepasst, wurde schon im Review systematisch eingesetzt und steht daher zeitgleich zur Verfügung. Das plattformunabhängige Tool prüft ZUGFeRD 1 und 2.1/Factur-X 1.0.05 und lässt sich offline betreiben, kostenlos benutzen, anpassen und in eigene, auch kommerzielle Software integrieren.

Den Kern des Werkzeugs bilden der Open-Source PDF/A Validierer VeraPDF der Open Preservation Foundation sowie die offiziellen ZUGFeRD Schema- und Schematrondateien. Benutzer können ZUV beispielsweise im Rechnungseingangs-Workflow oder auf Servern für automatische Softwaretests verwenden. Das online-Interface der ZUGFeRD Community benutzt das Tool für die Validierungen.

Factur-X und ZUGFeRD sind de facto identische, offene europäische e-Rechnungsformate. Sie betten maschinenlesbares UN/CEFACT XML in menschenlesbare PDF-Dateien ein. Eingesetzt werden sie in B2B- und B2C-Szenarien. Wegen ihrer Kompatibilität zur Richtlinie EU/2014/55 und dem Standard EN16931 eignen sie sich auch für B2G-Rechnungen (Business to Government).

Bislang hatte man Factur-X und ZUGFeRD zwar fachlich, jedoch nicht zeitlich aufeinander abgestimmt. ZUGFeRD 2.1 unterstützt nun den französischen Dateinamen factur-x.xml für das eingebette XML. Damit sind beide Formate jetzt nahezu deckungsgleich. (jd)