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iX Magazin

Google Maps zieht falsche Grenzen

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Ein nicaraguanischer Militärkommandeur verließ sich auf Google Maps und beschwor damit einen Konflikt mit dem Nachbarn Costa Rica herauf.

Grenzprobleme am San Juan Lake enstanden aufgrund des Google-Kartenmaterials

Der Kommandeur verlegte seine Truppen an einen See names San Juan. Die bauten dort eine costaricanische Flagge ab und hissten ihre eigene. Dann baggerten sie einen Fluss aus und verklappten die Sedimente auf costaricanischem Territorium. Laut La Nacion, der größten Tageszeitung in Costa Rica, beruft sich der Kommandeur auf den Google-Kartendienst – die offiziellen Karten beider Länder zeigen einen anderen Grenzverlauf. In Costa Rica, einem Land ohne eigenes Militär, schlägt die Angelegenheit hohe Wellen.

Google selbst wusste zunächst nicht, wie der Fehler entstand. Schuld war offenbar der Anbieter der Kartendaten, das US Department of State, das den Grenzverlauf um rund 2,7 Kilometer verschoben hatte. Schon im Frühsommer hatte Google versprochen, die Grenzverläufe in über 60 Ländern und Regionen zu überprüfen und anzupassen. Das scheint auch nötig zu sein. So beschwerte sich die kambodschanische Regierung bereits im Februar, dass Google die Grenze zu Thailand in seinen Karten falsch angibt. (jd)