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H.264 und VP8: IETF findet Codec-Kompromiss für Videotelefonie im Web

Browser, die Videodaten direkt miteinander austauschen wollen, müssen in Zukunft mindestens die Codecs H.264 und VP8 unterstützen. Das hat das internationale Netznormungs-Gremium entschieden.

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H.264 und VP8: IETF findet Codec-Kompromiss für Videotelefonie im Web

Mit dem Protokoll WebRTC könnten Browser einen gemeinsamen Standard für den direkten Austausch von Audio- und Videodaten nutzen. Prototypen dafür gibt es schon länger, doch bislang funktionierten sie nicht browserübergreifend. Das lag daran, dass sich die Hersteller und die für die WebRTC-Standardisierung zuständige IETF nicht über die zu verwendenden Video-Codecs einigen konnten. Jetzt hat sich die IETF zu einem Kompromiss durchgerungen, wie Mozillas Technik-Chef Andreas Gal berichtet. Über die Audio-Codecs für WebRTC herrschte schon seit längerem Einigkeit.

Browser müssen für WebRTC in Zukunft sowohl Googles VP8/WebM als auch H.264 anbieten. Letzteres ist durch zahlreiche Patente geschützt, weshalb Google seine Alternative lange als "frei" bewarb. 2013 schloss es jedoch ein Lizenzabkommen mit der MPEG LA, das Nutzer von VP8 von eventuellen Patentverletzungsklagen freistellen soll. Das klappte aber nicht ganz: Nokia hatte sich diesem Vertrag nicht angeschlossen und klagt gegen den Smartphone-Hersteller HTC.

Von H.264 liegt mittlerweile eine "Open-Source"-Implementierung von Cisco vor. Deren Nutzung ist unter bestimmten, sehr eng gefassten Bedingungen kostenlos. Mozilla hatte diese Technik vor Kurzem in seinen Browser Firefox eingebaut. Vor wenigen Tagen stellte Microsoft eine im Browser laufende Skype-Version vor. Sie benötigt bislang noch ein Plug-in, soll jedoch in Zukunft dank WebRTC ohne auskommen.

Möglicherweise könnte die jetzige Entscheidung der IETF auch für das World Wide Web Consortium einen Weg weisen: Das hat im kürzlich verabschiedeten Standard für HTML5 zwar die Elemente audio und video vorgesehen, mit denen Browser ohne Plug-in Multimediadaten wiedergeben können. Die zu unterstützenden Codecs sind dort jedoch nicht festgelegt. (ck)