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HPE: Internet of Things benötigt robuste Netze

Beim Thema IoT konzentriert sich Hewlett Packard Enterprise mittlerweile auf Edge Computing und den Aufbau einer belastbaren IoT-gerechten Netzwerkstruktur.

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HPE CEO Antonio Neri auf der Discover 2019

(Bild: Harald Weiss)

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Vier Milliarden Dollar will Hewlett Packard Enterprise in Internet der Dinge und Edge Computing investieren. Das hat deren CEO Antonio Neri im vorigen Jahr auf der Discover angekündigt. Auf der diesjährigen Kundenveranstaltung zog er eine Zwischenbilanz. Danach gibt es bei HPE zwei Schwerpunkte: Edge Computing und der Aufbau einer "belastbaren IoT-gerechten Netzwerkstruktur".

Ersteres basiert auf den Converged-Edge-Systemen, mit denen an vorderster Front der Industrie-Automation die Systeme der Operational-Technologien (OT) an die Informations-Technologien (IT) angebunden werden. Mit ihnen will HPE das in den Rechenzentren weit verbreitete Konzept der "Converged Systems" auf die Integration von OT und IT übertragen. Im konkreten Fall also einerseits die Automatisierungs-Controller, die Signalverarbeitung der Sensordaten und Stellgeberdaten sowie andererseits Standard-IT-Server mit Storage und Netzwerkanbindung. Damit, so glaubt man bei HPE, entfällt für die Automatisierungskunden die Notwendigkeit, mit mehreren Technologie-Anbietern reden zu müssen.

"IoT lässt sich in die Bereiche Steuerung, Konnektivität und Computing aufteilen, und wir packen Steuerung, Netzwerkanbindung und Computing in eine Box. Das bedeutet, dass keine Automatisierungsingenieure mehr erforderlich sind, denn wir liefern alles aus einer Hand", sagte HP-Fellow Tom Bradicich, der bei HPE für das weltweite IoT- und Edge-Business verantwortlich ist.

HP-Fellow Tom Bradicich

(Bild: Harald Weiss)

Der zweite Schwerpunkt der HPE-Aktivitäten betrifft genau die Netze, über die die Edge-Systeme angebunden sind. Laut HPE sind diese in ihrer bisherigen Form noch nicht IoT-geeignet. "Die meisten Edge-Enden werden in Zukunft mobil sein und nicht stationär, das erfordert völlig neue Strukturen, was die Performance und Sicherheit angeht", meint Keerti Melkote, Gründer und Präsident von Aruba Networks, einem Unternehmen, das HPE vor vier Jahren aufgekauft hat.

Heute steht Aruba im Mittelpunkt der weiteren HPE-Pläne auf den Gebieten Netzanbindung von Edge- und IoT-Systemen. Arubas Kernprodukt ist Aruba Central, eine Cloud-Plattform, die gegenwärtig in der Version 2.5 auf dem Markt ist. Aruba sagt, dass diese die einzige dieser Art sei, mit der sich einheitlich sowohl kabelgebundene, kabellose als auch Wide-Area-Netze einheitlich managen lassen.

Edgeline OT Link" (am unteren Bildrand) ist das Hauptprodukt der HPE-Edge-Familie. Das Foto wurde im Januar im HPE IoT-Lab in Genf aufgenommen und zeigt, wie sich damit die fehlerfreie Funktion einer Fahrzeugtür kontrollieren und überwachen lässt.

(Bild: Harald Weiss)

Auf der Discover gab es eine Reihe an Neuankündigungen für diese Plattform, zu denen unter anderen KI-basierte Analytics, User-zentrierte Servicegarantien und erweiterte Sicherheitsfeatures zählten. "Die bestehenden WLANs wurden nicht für einen produktionskritischen Einsatz mobiler Endgeräte entwickelt. Sie sind viel zu anfällig, zu unsicher und verfügen nicht über die Performance, die bei IoT erforderlich ist", sagte Melkote in seiner Keynote. Dabei ging er vor allem auf die kommenden 5G-Netze ein, die zwar weitaus besser sein werden als die heutigen 4G- oder WLAN-Verbindungen, doch die meisten Geräte, die für 5G auf den Markt kommen werden, würden sich an den Consumer-Markt richten und müssen für den Industrie-Einsatz mit zusätzlichen Maßnahmen abgesichert werden, so Melkote.

Keerti Melkote, Gründer und Präsident von Aruba

(Bild: Harald Weiss)

Für die neue IoT-Netztopologie konnte Aruba bereits schwergewichtige Partner gewinnen. Auf der OT-Seite gibt es Kooperationen mit ABB und PTC und auf der Cloud-Seite steht die IoT-Plattform von Microsoft Azure zur Verfügung. (Harald Weiss) / (ane)