HTML5: Mozilla-CTO will Wasserzeichen statt DRM

Brendan Eich wendet sich öffentlich gegen das vom W3C vorgeschlagene Kopierschutzverfahren in HTML5. Es sei schädlich für Nutzer, Browser-Hersteller und die Open-Source-Bewegung.

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Von
  • Christian Kirsch

In einem Blog-Beitrag hat Mozillas Chief Technology Officer Brendan Eich die Pläne des W3C kritisiert, Kopierschutzverfahren in HTML5 einzuführen. Tim Berners-Lee hatte vor kurzen den Weg für die sogenannte Encrypted Media Extensions (EME) freigemacht. Mit diesen Funktionen soll HTML5 in jeder Hinsicht mit bisheriger proprietärer Technik wie Flash und Silverlight konkurrieren können: Inhalteanbieter wie Netflix wollen gewährleisten, dass Nutzer die von ihnen bereitgestellten Filme oder Lieder nicht dauerhaft speichern können.

Eich wendet sich unter anderem gegen das vom W3C geplante DRM-System, da es nicht hinreichend spezifiziert ist. Es beschäftige sich nicht mit den Details der sogenannten Content Decryption Module (CDM), die deshalb sogar Browser- oder Betriebssystem-spezifisch sein könnten. Das erinnere an die vergangenen Zeiten von ActiveX: Die Technik funktionierte nur mit dem Internet Explorer auf Windows.

Für Open-Source-Projekte seien die jetzigen Pläne praktisch nicht umsetzbar: Sie müssten CDM als Blackbox implementieren, um den Vorgaben von Hollywood zu genügen. Das widerspreche den Prinzipien freier Software.

Allerdings kann sich Mozilla nach Eichs Auffassung nicht aus der EME-Entwicklung heraushalten. "Wir werden nicht sagen, dass Nutzer keinen Streaming-Zugang zu Hollywood-Filme haben dürfen. Denn das ist ein sicherer Weg, Marktanteile zu verlieren." EME ist im Internet Explorer 11 sowie in Googles Browser Chrome bereits vorhanden. Abschließend verweist Eich auf "Wasserzeichen" als bessere Lösung und deutet baldige Erläuterungen dazu an. (ck)