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Hacker-Festival OHM: Das Rauschen der Deadline

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Der Streit um die Polizeipräsenz beim niederländischen Hacker-Festival OHM ist zwar nicht beigelegt, doch einer der zentralen Organisatoren, Koen Martens, hat es sich anders überlegt und ist wieder dabei. Umso dringlicher ist die Suche nach Themen und Rednern, denn die Deadline für Einreichungen naht.

Douglas Adams schrieb einmal, wie sehr er Deadlines liebe. Besonders liebe er das zischende Geräusch, wenn sie vorbeiflögen. Drei Monate vor dem Start des Hacker-Festivals rauscht eine Deadline an, die für die Organisation wichtig ist. Wer auf der OHM über das Hacken und Machen und das Observieren reden will, muss bis zum 1. Mai seinen Vorschlag eingereicht haben.

Zur Begründung, warum er nun doch weiterhin das OHM-Festival organisiert, führt Koen Martens den enormen Zuspruch an, den er von allen Seiten für seine Arbeit bekommen habe. Daneben baue das Organisationsteam auf die Früchte der Arbeit, die frühere Festival-Organisatoren wie Rop Gongrijp gesät haben.

Martens zweifelt allerdings daran, dass noch einmal ein vergleichbares Festival stattfinden kann. Zum einen werde seine Truppe 2017 nicht mehr dabei sein, zum anderen würden die Gesetze und Auflagen für solche Festivals in den Niederlanden zunehmend verschärft. Die pessimistische Beurteilung der Lage, die der damalige Organisator Rop Gongrijp im Jahre 2005 auf dem polizeilich scharf überwachten Festival „What the hack“ äußerte (und 2008 revidierte), würde nun voll und ganz zutreffen. "Wir beginnen jetzt, die volle Wucht der Gesetze zu spüren, von denen Rop vorhergesagt hatte, dass sie kommen werden."

Ob sich diese Sicht der Dinge auch für die Sommercamps bewahrheitet, die der Chaos Computer Club organisiert, wird sich zeigen. Zumindest ist eine neue Suche nach einem geeigneten Veranstaltungsort fällig. Der bisher genutzte Flughafen Finowfurt dient nun der Stromgewinnung. Für Hacker und ihre Zelte ist da kein Platz mehr. (Detlef Borchers) / (jd)