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Hamburger Sparkasse kämpft mit Software-Umstellung

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Mit der Umstellung auf SAP-Systeme wollte die Hamburger Sparkasse (Haspa) "eine moderne und auf langfristigen Einsatz ausgerichtete IT-Plattform" schaffen, von der Kunden "in vielfältiger Weise profitieren". Auf derselben Webseite, die das Projekt so beschreibt, muss die Bank jetzt jedoch zahlreiche Schwierigkeiten einräumen.

So seien mehrmals Lastschriften mit dem Hinweis "Konto erloschen" nicht ausgeführt worden, obwohl das Konto weiterhin bestand. Kontoauszüge seien fehlerhaft, die dazu gehörigen Buchungen jedoch korrekt gewesen, für Abhebungen an anderen Geldautomaten habe man irrtümlich Gebühren verlangt. Außerdem sei es zu "sporadischen Störungen im Online-Banking" gekommen, bei denen auch Zugänge komplett gesperrt worden seien.

Geschäftskunden sind besonders betroffen, da das für sie zuständige Online-Verfahren EBICS zurzeit tagsüber häufig nicht reagiert. Die Haspa bittet sie in einem Schreiben, "die Zeiten zwischen 20 und 7 Uhr für … Aufträge" zu nutzen. Da die Onlinedaten zurzeit nicht zuverlässig zur Verfügung stehen, verschickt das Institut zudem wieder täglich Kontoauszüge auf Papier. Außerdem dürfen Aufträge "für einen Übergangszeitraum" auf Datenträgern oder Papier eingereicht werden. In Einzelfällen sollen Lastschriften mehrmals abgebucht worden sein, obwohl die Software jeweils eine fehlgeschlagene Ausführung gemeldet hatte.

Betroffen seien von den Einschränkungen, erklärte die Haspa auf Nachfrage, 10.000 von insgesamt 60.000 Geschäftskunden. Wen es warum trifft, sei jedoch unklar. Jedenfalls handele es sich nur um Kinderkrankheiten. Wann diese behoben sein werden, kann die Bank jedoch nicht genau sagen. In jedem Fall will sie ihren Kunden jedoch zusätzlich entstehende Kosten erstatten.

Firmenkunden zeigten gegenüber heise online zwar Verständnis für die Umstellungsschwierigkeiten. Sie kritisierten jedoch die Informationspolitik des Instituts. So sei die Hotline kaum zu erreichen, und die von der EBICS-Anwendung SFirm ausgegebenen Fehlermeldungen seien wenig hilfreich.

Mit einer Bilanzsumme von rund 38 Milliarden Euro und 5600 Beschäftigten im Jahr 2010 ist die Haspa die größte deutsche Sparkasse. Sie verwaltet 1,3 Millionen Girokonten. (ck)