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Hewlett Packard Enterprise: Mit Greenlake zum Portfolio as a Service

Ab 2022 will Hewlett Packard Enterprise sein komplettes Produkt-Portfolio auf Basis von Greenlake "as a Service" anbieten

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(Bild: Harald Weiss)

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Die bedeutendste News der diesjährigen Discover, der Kundenveranstaltung von Hewlett Packard Enterprise (HPE) in Las Vegas, war eine komplette Neuausrichtung der Angebotsstruktur. "Ab 2022 werden wir unser komplettes Produkt-Portfolio 'as a Service' anbieten", kündigte HPE-CEO Antonio Neri in seiner Keynote an. Basis dafür ist das vor anderthalb Jahren eingerichtete Greenlake-Angebot. Das ist eine On-Premises-IT-Infrastruktur, die aber – genauso wie bei den Cloud-Diensten – nach Nutzung bezahlt wird. Das Angebot ähnelt damit dem, was Dell EMC jüngst mit "VMware Cloud on Dell EMC" und Amazon Ende vorigen Jahres mit "Outposts" vorgestellt hatten.

Obwohl alle drei das gleiche Konzept einer extern gemanagten In-House-Infrastruktur verfolgen, sind die Unterschiede erheblich. Bei AWS wird im Kunden-Rechenzentrum die gleiche Hard- und Software installiert, wie sie auch in der AWS-Cloud verfügbar ist. Das bedeutet eine völlig friktionslose Verschiebung von Anwendungen zwischen dem eigenen Rechenzentrum und der AWS-Cloud. Bei Dell EMC kommt für On-Premise nur Dell-EMC-Hardware zum Einsatz. Für die Cloud-Anbindung gibt es eine Kooperation mit Microsofts Azure-Plattform. Die Verschiebung von Anwendungen zwischen On-Premise und Azure ist dann über die Vsphere-Umgebung möglich.

HPE-CEO Antonio Neri während seiner Keynote

(Bild: Harald Weiss)

Greenlake ist da unabhängiger. Zwar gibt es eine enge Kooperation von HPE mit Google, die auf HPEs "Validated Designs" basiert, das im April angekündigt wurde. Doch diese Anbindung ist nicht so eng wie die Einbettungen bei AWS und Dell EMC. Hier laufen Anwender Gefahr, in einem Lock-in zu landen. "Die Kunden wollen Wahlfreiheit – vor allem, wenn es um den Auf- und Ausbau von Multi-Cloud-Umgebungen geht", gab Neri dann auch als Grund für die eher lockere Anbindung an Googles Cloud-Plattform an.

Um Greenlake auch für neue Anwendungsbereiche attraktiv zu gestalten, kommt das Angebot jetzt auch in einem reduzierten Leistungsumfang auf den Markt. Damit will HPE vor allem die KMUs und den Channel für Greenlake gewinnen. "Greenlake gibt es ja schon seit einiger Zeit, aber das Angebot war für viele Mittelständler zu umfangreich und die Administration zu komplex", sagte Flynn Maloy, Vice President für das Service-Marketing, in einem Gespräch mit iX.

Seiner Ansicht nach reicht das neue Greenlake-Angebot so weit, dass es auch für diejenigen Unternehmen interessant ist, die kein eigenes Rechenzentrum mehr haben, weil sie alles in die Cloud verschoben haben. "Wir unterstützen natürlich den Trend, bestimmte Anwendungsfälle wieder aus der Cloud zurück auf die Erde zu holen, beispielsweise Backup-Jobs", erläuterte Maloy weiter.

Sein Hinweis auf "bestimmte Anwendungsfälle" ist wichtig, denn letztlich darf man sich nicht täuschen lassen: Eine volumenbasierte Abrechnung von On-Premise-Rechenleistungen kann nicht die Flexibilität einer Public Cloud bieten. "Wer kurzfristig für eine Gen-Analyse 6000 Server für ein paar Stunden benötigt, kann das nicht mit Greenlake lösen", bestätigt Maloy. So bedeutet eine volumenbasierte Abrechnung, dass sich die Nutzung innerhalb einer vorher vereinbarten Bandbreite bewegt und der Bedarf wachsen wird – letzteres ist bei Storage auf jeden Fall gegeben.

Auch ein direkter Preisvergleich auf Basis von Instanzen oder Terabytes ist nicht möglich, denn die volumenbasierten In-House-Preise beziehen sich nur auf die IT-Nutzung – nicht aber auf die damit einhergehenden Infrastrukturkosten wie Strom, Klima, Räumlichkeiten und alle damit verbundenen Fixkosten. In den Cloud-Preisen ist dieser ganze Kostenblock jedoch mit enthalten. Somit besteht die Gefahr, dass mit den Preisen Äpfel mit Birnen verglichen werden. (Harald Weiss) / (ane)