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IAPP: Datenschutzgrundverordnung schafft weltweit Bedarf für 75.000 Datenschutzbeauftragte

Die International Association of Privacy Professionals stellt in einer Studie fest, dass sich die Welt noch auf die EU-Datenschutz-Grundverordnung vorbereiten muss. Der Bedarf an Personal steige dadurch spürbar an.

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IAPP: Datenschutzgrundverordnung schafft weltweit Bedarf für 75000 Datenschutzbeauftrage

Weltweit werden durch die EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) 75.000 Datenschutzbeauftragte benötigt, berechnet die International Association of Privacy Professionals (IAPP). Die Ergebnisse präsentierte der Verband auf seinem Datenschutzkongress in Brüssel, der vom 7. bis zum 10. November dauert.

Als Grund für diesen Bedarf wird in der Studie die Anforderung der EU-DSGVO gesehen, dass alle öffentlichen Stellen und Firmen, die "in großem Maße" Daten verarbeiten, einen Datenschutzbeauftragten benennen müssen. Dies gilt für alle Einrichtungen, die Daten von EU-Bürgern erheben und prozessieren möchten – unabhängig davon, ob sie ihren Sitz innerhalb der EU haben oder nicht. Die größten Posten in der Schätzung bilden nach EU und USA China, die Schweiz, Russland und die Türkei.

Um die Zahlen zu ermitteln, verwendeten die Ersteller der Studie für die EU öffentlich zugängliche Daten über Größe und Branchenzugehörigkeit europäischer Firmen. So nahmen sie für alle Unternehmen ab 5000 Mitarbeitern an, einen Datenschutzbeauftragten zu benötigen. Ebenso zählten sie bestimmte Branchen wie das Transport- oder das Hotelgewerbe zu 50 Prozent dazu und alle Firmen im Bereich Information und Telekommunikation (ITK) komplett. Zusätzlich schätzten sie, dass die gesamte Finanzbranche von der Regelung betroffen sei. Schließlich benötigt auch der gesamte öffentliche Dienst Datenschutzbeauftragte.

Um den Bedarf in den USA zu schätzen, wurde zuvor auf die Zahl der Unternehmen zurückgegriffen, die sich den Safe-Harbor-Principles unterworfen hatten: das waren 4500. Betroffen von der EU-DSGVO sind aber laut Annual Privacy Governance Report der IAPP doppelt so viele, also 9000, Unternehmen aus den USA. Für den Rest der Welt bildete ebenfalls der Wert aus den USA die Grundlage. Er wurde einfach mit dem jeweiligen Handelsvolumen gewichtet. So ergibt sich die Zahl von 75.000 benötigten Datenschutzbeauftragten.

Die meisten Unternehmen wollen jemanden aus ihren Reihen zum Datenschutzbeauftragten machen, etwa 10 Prozent der befragten Firmen gaben an, jemand Externen dafür anheuern zu wollen. Diese Zahl sei jedoch mit Vorsicht zu genießen, weil man nur diejenigen erreicht habe, die ohnehin bereits in Kontakt mit dem IAPP standen und für das Thema sensibilisiert waren. (jab)