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IBM: Server mit POWER9

IBM geht mit Einstiegsmodellen seiner POWER-9-Systeme auf den Markt. Zur Familie gehören jetzt auch Server für SAP HANA und das Weihnachten angekündigte KI-Modell.

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Scaleup mit Power9

IBM hat sechs Einstiegsmodelle der neuen Generation ihrer POWER-Familie vorgestellt. Gegenüber den POWER-8-Systemen hat IBM sein Portfolio um zwei Serverreihen erweitert: Neben den Standardmodellen der S-Reihe (Scale-out) und den L-Modellen (Linux-only) bietet es H-Server für SAP Hana und das bereits Weihnachten angekündigte System AC922 für High Performance Computing, wobei AC für "Accelerated Computing" steht.

Nachdem IBM im vergangenen Dezember vertragsgemäß die ersten POWER9-Systeme für die prestigeträchtigen Supercomputer der Oak Ridge National Labs und des Lawrence Livermore National Laboratory fertiggestellt hat, folgt jetzt der Einstieg in den normalen Servermarkt.

Offenbar hat IBM die eigentlich erst für das Frühjahr geplante Ankündigung vorgezogen, weil Globalfoundries genügend POWER-9-Chips in der 14-nm-Fertigung liefern kann, um – neben Großabnehmern aus der Open Power Foundation wie Google – auch den Massenmarkt zu bedienen.

(Bild: IBM)

Angekündigt wurden sechs neue Modelle mit bis zu zwölf SMT8-Cores auf dem Prozessor-Chip. Sie verwenden das auf ein oder zwei Prozessorsockel optimierte Scale-Out-Design für bis zu 4 TByte Arbeitsspeicher mit – je nach Modell – zwei oder vier CAPI 2.0 Slots (25 GByte/s).

(Bild: IBM)

Bei den Servern handelt sich im einzelnen um die fünf 2- und 4HE-Geräte L922, S922, S924, H922 und H924 sowie das Modell S914. Wie üblich steht die letzte Ziffer für die Höheneinheiten, davor die Zahl der Prozessorsockel. Mit der einleitenden 9 kennzeichnet IBM die Generation. Die L-Modelle sind für den Betrieb unter Linux konzipiert, genauso das im Dezember angekündigte KI-Modell AC922. Als Brot-und-Buttermaschinen gibt es die beiden Modelle S914 und S924. Ebenso neu wie die Kategorie AC ist die Kategorie H – vorkonfiguriert für den Betrieb mit SAP HANA.

Das Modell S914 ist die einzige Variante, die als Tower angeboten wird; der Hardware-Preis einer Einstiegskonfiguration liegt laut Liste bei rund 20.000 Euro. Dazu kommen mindestens knapp 8.200, wenn IBM i als Betriebssystem zum Einsatz kommt.

Um die neuen Server mit IBM i (früher OS/400) zu betreiben, ist dafür ein Technology-Refresh erforderlich: TR4 für IBM i 7.3 und TR8 für IBM i 7.2. Der Vorgänger IBM i 7.1, der demnächst aus der Wartung läuft, kann mit den neuen Prozessoren nicht umgehen.

Mit welch heißer Nadel das vorgezogene Announcement gestrickt wurde zeigt die Tatsache, dass noch keine exakten Performance-Daten vorliegen. Die Socket-Performance liegt – je nach Anwendung – um den Faktor 1,5 bis 2 über der POWER8-Performance. Dem Vernehmen nach sollen erste Benchmarks – Commercial Performance Workload (CPW) für IBM i und Relative Performance (rPerf) für AIX – am 27. Februar veröffentlicht werden.

Trotz der offiziellen, heutigen Ankündigung vor den Partnern folgt die "große"
Präsentation erst auf der Think 2018 in Las Vegas. Lieferbar sind diese Modelle dann ab dem 20. März. Noch in diesem Jahr sind auch die großen Scale-up-Modelle der E-Serie zu erwarten, sodass dann die neue Generation der Familie wieder komplett ist.

Wie Ralf Dannemann, Direktor Power Platform Market DACH (Germany, Austria, Switzerland) betont, hat alles, was mit POWER9 ausgeliefert wird, den Firmware-Stand, der Spectre und Meltdown eliminiert, sobald auch die entsprechenden Patches für das Betriebssystem eingespielt werden. (Berthold Wesseler) / (jab)

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