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IBM kündigt Lotus Expeditor an

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IBM hat Lotus Expeditor angekündigt, das der Konzern als universellen Client für serviceorientierte Architekturen (SOA) und offene Alternative zu Microsofts .NET anpreist. Mit dem Wort "offen" bezieht sich IBM auf die Eclipse Rich Client Platform, die als Basis aller IBM-Client-Software dienen soll.

Bisher ist es dem Marketing von IBM nicht gelungen, einen Namen dafür zu finden, und eine breite Akzeptanz bei den Kunden zu erreichen. Den Vorreiter machte Lotus mit der wolkigen Beschreibung NextGen, um einen J2EE-Nachfolger von Lotus Notes anzukündigen. Aus NextGen wurde der Workplace Managed Client (WMC), die Vision einer von einem Portal provisionierten Client-Software auf Basis von Eclipse. Da IBM die Eclipse-Plattform um eigene Management-Komponenten erweiterte, sprach man dann von Workplace Client Technology (WCT), um dann Anfang 2006 plötzlich den Namen WebSphere Everyplace Deployment (WED) aus dem Hut zu zaubern. Während das Marketing immer wieder neue Namen einführte, wurden zeitgleich die Anforderungen an die Serverinfrastruktur weiter heruntergeschraubt. Brauchte WMC noch eigene WebSphere Server, so ließ sich WED schon von einem Notes-Server bedienen.

Lotus Expeditor ist nun ein neuer Name für WED. Die aktuelle Version 7.5 von Lotus Sametime nutzt diese Technik, und die für 2007 erwartete nächste Version von Lotus Notes, die unter dem Projektnamen Hanover entwickelt wird, soll ebenfalls auf Lotus Expeditor aufsetzen.

Die Umbenennung der Workplace Client Technology zu Lotus Expeditor ist nur die Spitze des Eisbergs. IBM trennt sich auf ganzer Front von der Marke Workplace. Aus Workplace Forms wird Lotus Forms, aus Workplace Designer wird Lotus Component Designer. Workplace Collaboration Services wird einfach von der größten Version des WebSphere Portal geschluckt. Zeitgleich vereinnahmt Lotus noch ein weiteres, bisher WebSphere genanntes Produkt: Aus Workplace Everyplace Connection Manager wird Lotus Mobile Connect, das IBM zusammen mit Lotus Expeditor als ein neues Produkt anpreist.

Vor eineinhalb Jahren hatte IBM angekündigt, 100 Millionen in die Entwicklung von Workplace zu stecken. Viel Erfolg hatte IBM mit dieser Investition bisher nicht. Notes-Kunden zeigten sich nicht nachhaltig an Workplace interessiert. Notes und Domino wurden daraufhin schnell zu Workplace-Bestandteilen definiert, um den Fortbestand dieser Entwicklungslinie zu verdeutlichen. Mit der Umbenennung der zahlreichen Workplace-Produkte vermeidet IBM, ein Scheitern der Marke eingestehen zu müssen. Workplace ist im offiziellen Sprachgebrauch nun nur noch eine Strategie. (vowe)