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IBM zeigt Perpendicular-Recording-Tape mit 35 Terabyte

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Am hauseigenen Forschungszentrum Zürich haben IBM-Entwickler am Freitag einen Tape-Prototypen mit 35 TByte ohne Kompression demonstriert. Damit steigerten sie die Kapazität etwa gegenüber LTO-Bändern, die in der aktuellen Generation 4 bei 800 GByte native pro Band liegt, um das 44-fache. Die Kapazität erreichten sie dadurch, dass sie 29,5 Milliarden Bit auf einen Quadratzoll unterbrachten – das sind knapp 4,6 Milliarden Bit pro cm2 – und die Bandlänge von 820 Meter um etwa 12 Prozent erhöhten. Heutige LTO-4-Bänder fassen etwa 750 Millionen Bit pro Quadratzoll.

Band und Bandlaufwerk entwickelten sie zusammen mit Forschern von Fujifilm. Um die Bit-Dichte derart hochzuschrauben, griffen sie gleich in mehrere Trickkisten: Die japanischen Entwickler erweiterten ihre Nanocubic-Technik, mit der sie ultrafeine Bariumferrit-Medien ohne teure Verfahren wie das Metallaufdampfen herstellen können, um die heute bei Festplatten übliche senkrechte Bit-Anordnung (Perpendicular Magnetic Recording, PMR) zu erreichen.

Parallel dazu überarbeiteten die Zürcher Forscher die Servo-Steuerung der Laufwerke und reduzierten die maximale Abweichung der Lese-/Schreibköpfe auf 24 nm. Dadurch konnten sie die Breite der einzelnen Spuren um das 25-fache auf unter 0,45 Mikrometer reduzieren. Darüber hinaus entwickelten sie neue Algorithmen zur Signalerkennung.

Zur Demonstration benutzte IBM die bei LTO-4 übliche Bandgeschwindigkeit von 2 Metern pro Sekunde. Die dabei auftretende Fehlerrate soll mit der heutigen Error-Correction-Technik handhabbar sein. Das würde bedeuten, dass sich auch die Lese- und Schreibgeschwindigkeit der Laufwerke, die in etwa einem Jahr marktreif sein sollen, analog zur Bit-Dichte um das 39-fache erhöht. (sun)