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IBMs Highend-Speichersystem XIV als virtuelle Maschine

SSDs, Festplatten, Tapes in Standard-Hardware verbaut, den Rest erledigt die Software – so sieht IBM die Zukunft des Enterprise-Storage. Als erstes packt Big Blue das Highend-Storage-System XIV in eine virtuelle Maschine.

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Standard-Hardware und spezialisierte Software – diese Zukunft sieht Big Blue auf für den Enterprise-Storage vor.

(Bild: IBM)

iX Magazin
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Über 1 Milliarde US-Dollar will IBM in den nächsten fünf Jahren in die Hand nehmen, um das Storage-Portfolio von der Hardware zu entkoppeln. Den Anfang des Umstiegs auf das sogenannte Software Defined Storage (SDS) macht die Umbenennung des Storage-Portfolios in IBM Spectrum und die komplette Virtualisierung des Highend-Speichersystems XIV.

SDS wird künftig sechs Bereiche umfassen: Spectrum Control und Spectrum Protect decken den klassischen Software-Stack inklusive Cloud-API, OSD (Object-based Storage Device), Storage-Management, Backup und Recovery ab. Hinter Spectrum Virtualize verbirgt sich die Technik des SVC (Storage SAN Volume Controller), hinter Spectrum Scale GPFS (General Parallel File System) und hinter Spectrum Archive die Software-Bandtechniken wie LTFS (Linear Tape File System).

Den größten Schritt hat IBM in der Technik gemacht, die künftig unter Spectrum Accelerate firmiert. Sie bildet sämtliche Funktionen der XIV in Software ab, die nun auf einem Standard-x86-Server läuft. Sie wird als VMs (Virtual Machines) im Red-Hat- oder Ubuntu-Kleid für ESXi-Server, später eventuell für KVM verfügbar sein. Voraussetzung für den Betrieb sind mindestens drei (ESXi-)Server; bis zu 15 dürfen es in der Release 1 sein, spätere Versionen sollen bis zu 30 umspannen können.

Jeder (physische) Server muss mindestens 20 GByte RAM besitzen, dazu eine, besser zwei CPUs mit vier Kernen (ohne Hyperthreading), außerdem mindestens sechs bis zwölf Festplatten für die XIV Virtual Appliance mit einem TByte oder mehr. Außerdem muss jeder Server dieselbe Zahl Festplatten besitzen und alle Festplatten dieselbe Kapazität. Darüber hinaus setzt IBM einen 10-Gigabit-Ethernet-Port für die Kommunikation mit den anderen ESXi-Servern voraus, außerdem eine USV zur unterbrechungsfreien Stromversorgung. Nach dem Aufsetzen des Systems läuft ausschließlich die XIV-VM auf dem Host. Neben ihr lassen sich keine weiteren VMs installieren.

Da IBM schon sehr früh auf ein zentrales Management für die XIV-Appliances gesetzt hatte, ist Big Blue nun in der Lage, alle virtuellen und physischen XIV-Appliances in einer Management-Konsole zusammenzufassen. Außerdem will IBM noch in diesem Jahr das Spectrum-Portfolio um einen Multi-Cloud-Connector erweitern, der Daten dynamisch zwischen multiplen Clouds migrieren kann. Mit dieser Software verfolgt IBM einen “Cloud-of-Clouds”-Ansatz, der besser vor Ausfällen und Datenverlust schützen soll, als es einzelne Clouds können. (sun)