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Großrechner-Redesign: IBM stellt seine ersten Mainframes fürs 19"-Rack vor

Wer bislang IBMs Mainframes im herkömmlichen 19"-Rack einsetzen wollte, ging leer aus. Nun hat Big Blue reagiert und neue z14-Systeme vorgestellt.

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IBMs erster 19" Mainframe

Seinen Namen erhält der Rockhopper II vom Eudyptes chrysocome – dem Felsenpinguin, abgelichtet auf den Falklandinseln.

(Bild: Ben Tubby, CC BY 2.0 )

Erstmals bringt IBM zwei Mainframes im 19"-Format auf den Markt. Mit den Modellen ZR1 und LinuxONE Rockhopper II der Generation z14 wagt der Konzern ein komplettes Redesign seiner Großrechner, die seit Jahr und Tag ein oder mehrere 24"-Schränke füllen.

IBM richtet die neuen Systeme auf Cloud-Rechenzentren aus, die skalierbare, einfach partitionierbare Transaktionsboliden benötigen. Jedoch setzen sie traditionell das 19"-Rack-Format ein und daher sind für sie 24"-Maschinen keine Option. Allerdings mussten die Entwickler die Komponenten hierfür kompakter anordnen.

Ins neue Gewand gehüllt hat Big Blue vorerst zwei Systeme: Neu ist das Modell ZR1, das IBM seinen 48 Zoll breiten z14-Modellen M01 bis M05 zur Seite stellt. Wie bei den "großen" Systemen ist jeder Zentraleinschub (CPC Drawer) mit mehreren 10-Core-CPUs bestückt. 4, 12, 24 oder 30 Kerne kann der Kunde konfigurieren; der Rest der Kerne, PUs (Processor Units) genannt, bildet den Ersatz-Pool. Bis zu zwei System Assists Processors (SAPs), die seit vorigem Sommer ebenfalls SMT beherrschen, können den PUs zur Seite stehen. Beim Arbeitsspeicher stehen 2 bis 8 TByte bereit, bis zu 40 LPARs (Logical Partitions) lassen sich einrichten. Hinzu kommen sämtliche z14-Interconnects einschließlich des latenzarmen FICON-Nachfolgers zHyperLink.

(Bild: IBM)

Rockhopper II ist der Nachfolger des kleineren LinuxONE-Modells Rockhopper, des Felsenpinguins, der noch die z13-Architektur nutzt, während der größere Emperor II, der Kaiserpinguin, bereits z14-Hardware verwendet – und einen 48 Zoll breiten Doppelrahmen. IBM hat dem neuen Felsenspringer nun ebenfalls die bei z14-Systemen üblichen 10-Core-CPUs und 8 statt 4 TByte RAM spendiert, wodurch er sich besser für Analytics und Machine Learning eignen soll.

Mit dem neuen Design fallen die Systeme nicht nur fünf Zoll schmaler aus, auch nach oben bleiben 16 Höheneinheiten übrig. Dadurch bleibt dem Anwender reichlich Platz für Anbindungskomponenten wie Switches. Da das kompaktere Format die Wärmeabfuhr erschwert, sind die PUs von 5,2 auf 4,5 GHz gedrosselt.

Ferner enthalten die neuen Systeme die Sicherheitsfunktionen der z14-Generation: Die integrierte Hardware-Verschlüsselung, die kein Umschreiben der Anwendungen verlangt und IBMs Secure Service Container für LPARs, durch den die LPAR ausschließlich über zuvor definierte Anfragen an die REST-API oder über ein Web-Interface erreichbar ist. Hier verhilft dann auch kein root-Account zu einem Shell- oder SSH-Zugang.

Die neuen Modelle sollen im zweiten Quartal 2018 erscheinen. Ein Ende der 24"-Ära bedeutet das aber nicht, denn die langlebigen Mainframes stehen vor allem bei Banken, Versicherungen und Fluggesellschaften, die nicht jeden Tag neue Rechenzentren einrichten. IBM wird also die 24"- und 48"-Varianten der z-Familie noch lange weiterentwickeln und pflegen. (Susanne Nolte) / (fo)