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ISO-Arbeitsgruppe schlägt Unicode mit "ß" als Großbuchstaben vor

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In einem Vorschlag (PDF-Datei) regt die für Unicode zuständige ISO-Arbeitsgruppe JTC1/SC2/WG2 an, eine versale Variante des deutschen "ß" in den Kodierungsstandard einzuführen. Auslöser dafür ist das Deutsche Institut für Normung, dem das Fehlen eines groß geschriebenen ß unangenehm auffiel.

Die bislang häufig verwendete Umschreibung durch "SS" ermögliche es nicht, die Bedeutung versal geschriebener Wörter wie "MASSE" eindeutig festzustellen. Auch bei den in Formularen groß geschriebenen Nachnamen könne die Ersetzung von ß durch SS zu Fehlern führen. Schließlich gebe es zahlreiche historische Dokumente, die ein großes ß benutzen und durch die herkömmliche Umschreibung verfälscht würden.

Das ISO-Kommitee schlägt vor, die Unicode-Position 0x1E9C mit dem Zeichen "LATIN CAPITAL LETTER SHARP S" zu belegen. Es wäre damit Teil des Codeblocks "Latin Extended Additional", nicht jedoch des bislang noch häufig benutzten ISO-8859-1 (Latin-1) oder seines Abkömmlinge Latin-9.

Einige deutsche Schrift-Designer haben bereits Vorstellungen davon, wie ß als Großbuchstabe aussehen könnte. Die Zeitschrift Signa informiert über die Geschichte des fehlenden Buchstabens. (ck)