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Kreditklemme bei IT-Start-ups

Jedes vierte Start-up in der Digitalbranche bekommt keinen Bankkredit, hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau ermittelt.

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Euro-Scheine, Geld, Bargeld

Der historische Tiefstand der Zinsen sollte eigentlich die Unternehmensfinanzierung erleichtern. Doch junge IT-Firmen haben immense Schwierigkeiten, überhaupt an einen Kredit zu kommen, wie die Unternehmensbefragung 2016 der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ergab. Demnach ist zwar das Finanzierungsklima "stabil auf einem Allzeithoch" – aber keineswegs für jeden.

So sind für kleine und junge Unternehmen die Hürden bei der Kreditaufnahme zum Teil sogar gewachsen. Zudem hängt der Kreditzugang auch mit dem Finanzierungsziel zusammen: Schwierig bleibt es für Innovations-, Digitalisierungs- und Auslandsprojekte. Investitionen in Anlagen im Maschinenbau dagegen werden von den Banken positiver beurteilt, vor allem, weil hier die Besicherung des Kredits einfacher ist.

Eine Auswertung der Befragung hinsichtlich der Digitalbranche durch den Bitkom ergab, dass IT-Start-ups unter besonderen Schwierigkeiten leiden. So beklagt hier jeder vierte Gründer (27 Prozent), dass es Probleme gebe, überhaupt einen Kredit zu bekommen. Bei Firmen, die länger als 5 Jahre am Markt sind, berichten hingegen nur 17 Prozent von schwierigen Darlehensgesprächen beziehungsweise einer ablehnenden Reaktion der Banken (13 Prozent).

Um diese Schwierigkeiten abzufedern, hat das Bundeswirtschaftsministerium schon 2005 den High-Tech-Gründerfonds aufgesetzt. Der soll 2017 mit einem Volumen von 300 Millionen Euro in die nächste Runde gehen. 30 Prozent der Summe sollen von privaten Risikokapitalgebern aufgebracht werden.

Klotzen statt kleckern ist dagegen die Devise im Hause Schäuble. Zur Förderung der deutschen Gründerszene plant das Finanzministerium nach Zeitungsberichten einen 10 Milliarden Euro schweren "Tech Growth Fund", dessen Mittel jungen Unternehmen der Digitalbranche zukommen sollen. Bei einer Kreditvergabe muss die Summe aus dem Fond jeweils durch einen gleichen Betrag privater Investoren ergänzt werden, sodass sich eine Gesamtsumme von 20 Milliarden Euro ergibt. (js)