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Lernen begreifbar machen: BMBF will E-Learning-Projekte fördern

Innovative Interaktionsformen und individuelle Anpassung an den Wissensstand eines Lernenden gehören zu den Anforderungen, die das BMBF an neue E-Learning-Projekte stellt, die es im nächsten Jahr finanziell fördern will.

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In vielen Bereichen konnte sich das rein digitale E-Learning bisher nicht durchsetzen. Auch die Integration digitaler Konzepte in traditionelle Lernformen ist nur begrenzt erfolgreich, wenn es um die Vermittlung von Fertigkeiten geht oder auf die individuelle Situation der Lernenden eingegangen werden soll – etwa bei der Weiterqualifizierung älterer Arbeitnehmer.

Mit einem neuen Forschungsprogramm will das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 2015 diesem Problem begegnen. Bis zum 20. Februar können sich Hochschulen, Forschungseinrichtungen, aber auch Unternehmen jeder Art mit innovativen Ideen bewerben, die berufsrelevante Kenntnisse und Fertigkeiten vermitteln sollen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung neuer Mensch-Technik-Schnittstellen, beispielsweise durch intelligente Lernobjekte, die "wissen" wie sie benutzt werden sollen und die Aktoren und Sensoren nutzen, um dies dem Lernenden begreifbar zu vermitteln.

Mit dem Föderprogramm "Erfahrbares Lernen" will das BMBF im nächsten Jahr Projekte zum Thema E-Learning finanziell unterstützen.

(Bild: BMBF/Rickel)

Eine direkte Rückspiegelung des Lernfortschritts soll ebenfalls helfen. Ein Skalpell kann so dem Medizinstudenten zeigen, wie es korrekt benutzt wird, und ein neues Messgerät gibt dem älteren Arbeitnehmer Tipps, wie er komplexe Messvorgänge effizienter durchführen kann als bisher.

Im Forschungsprogramm "Erfahrbares Lernen" können sich Projektkonsortien aus Forschung und Industrie (besonders aus dem Mittelstand) gemeinsam diesen Themen widmen und neue technische Lösungen entwickeln. Techniken aus den Bereichen Augmented Reality, Physical Computing und wissensbasierte Systeme sind mögliche Kandidaten für den erfolgreichen Einsatz. Dabei sind jedoch ganzheitliche Ansätze gefordert, das heißt, die technische Innovation muss in einen geeigneten didaktischen Rahmen passen und auch kognitionswissenschaftliche Aspekte des Lernens berücksichtigen. Bei der Nutzung personalisierter Daten gilt es zudem, die sozialen, rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Informationsveranstaltungen zu diesem Programm bietet das BMBF im Dezember und Januar in Berlin und Frankfurt an. (Christian Geiger) / (ka)