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MPEG LA sammelt Patente gegen Googles freien Video-Codec

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Die MPEG LA agiert als Patent-Pool für viele lizenzpflichtige Standards, unter anderem H.264 und MPEG2. Jetzt beginnt die Organisation mit der Suche nach Patenten, die als "wesentlich" für Googles kostenfreien Open-Source-Codec VP8/WebM betrachtet werden. Ziel soll ein Pool sein, der das Einfordern von Lizenzgebühren für die Nutzung von WebM ermöglicht, wofür schon ein Patent reichen würde. Damit könnte es der Codec schwerer haben, sich gegen H.264 durchzusetzen. Für dieses Format verlangt MPEG LA keine Lizenzgebühren, wenn es für das Internet-Streaming freier Inhalte verwendet wird.

Firefox und Opera unterstützen für das video-Element in HTML 5 jedoch nur VP8/WebM und Ogg Theora. Auch Googles freier Browser Chrome soll künftig lediglich WebM-Videos ohne Plug-in abspielen können. Apple und Microsoft setzen auf H.264, da sie nicht überzeugt sind, dass WebM patentfrei ist. Beide Firmen halten H.264-Patente; Microsoft hat Windows-Plug-ins für Firefox und Chrome veröffentlicht, die den Codec unterstützen. Kürzlich hatte die Firma ausdrücklich darauf hingewiesen, dass WebM möglicherweise nicht patentfrei sei.

MPEG LA fordert alle auf, die WebM/VP8 betreffende Patente halten könnten, sich bis zum 18. März zu melden. An dem Pool können sich zwar nur Besitzer bereits erteilter Patente beteiligen, doch MPEG LA will auch Anträge auswerten, die noch nicht entschieden sind. Der Aufruf führt keine Schutzschriften oder Firmen auf. Das muss jedoch nicht bedeuten, dass es bereits eine erfolglose Suche nach Patenten gab. Bereits im Vorfeld der Open-Source-Veröffentlichung von VP8 hatte Steve Jobs angedeutet, dass ein Patent-Pool mit Ansprüchen gegen Ogg Theora "und andere" zusammengestellt würde. Bei Letzterem dürfte es sich um VP8 gehandelt haben.

(ck)