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Microsoft gewährt ersten Einblick in Visual Studio 2010

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Im Laufe dieser Woche will Microsoft in seinem Video-Portal Channel 9 erste Einblicke in die kommende Version der Entwicklungsumgebung Visual Studio 2010 geben, dem Nachfolger der Ende 2007 erschienenen 2008er-Version. Die gestrige Pressemitteilung ist noch wenig konkret. Die Rede ist dort von Innovationen bei Modellierung, Testen und Zusammenarbeit.

Bereits seit Längerem ist bekannt, dass Microsoft zu UML (Unified Modeling Language) zurückkehren wird, nachdem die Firma 2004 verkündet hatte, dass sie die Sprache nicht weiter unterstützen werde. Zusätzlich zu UML wird es eine eigene Modellierungssprache geben, die ein Teil des ebenfalls bereits seit Langem angekündigten Projekts Oslo ist. Mit dem Architecture Explorer lassen sich in Visual Studio 2010 stehende Komponentenanordnungen visualisieren.

Mit dem Test Runner will Microsoft ein eigenständiges Werkzeug für Softwaretester anbieten, mit dem sie aufgespürte Fehler sowohl als textliche Beschreibung als auch als Screenshots und Video dokumentieren können. Bei der Zusammenarbeit will Microsoft vor allem agile Softwareprozesse unterstützen, und zwar durch das Visualisieren von Codeänderungen und hierarchische Aufgabenverwaltung (bisher sind Aufgaben in Visual Studio flache Listen). Von dem ebenfalls in der Pressemitteilung erwähnen ".Net Framework 4.0" ist auf den Webseiten noch nichts Näheres zu erfahren. Zumindest für ASP.Net gibt es aber schon seit einigen Wochen einen öffentlichen Prototyp.

Darüber hinaus befinden sich in den Ankündigungen zunächst nur Allgemeinplätze wie "Demokratisierung des Anwendungslebenszyklus", "Inspiration der Entwickler" und "Unterstützung kommender Trends". Alle konkret genannten neuen Funktionen waren schon in den Vorabversionen sichtbar, die Microsoft in den vergangenen Monaten unter dem Codenamen "Rosario" veröffentlicht hatte. Eine weitere Konkretisierung der hinter den Marketingschlagwörtern stehenden Funktionen könnten aber die Videos auf Channel 9 enthalten.

Ungewöhnlich ist, dass Microsoft überhaupt so kurz vor der Professional Developer Conference (PDC) Ankündigungen eines Produkts liefert, das es dort vorstellen will. Die PDC ist traditionell Microsofts Verkündigungsort für die neuen Produkte der nächsten zwei bis drei Jahre. Anders als in der Vergangenheit ist die Konferenz in diesem Jahr aber noch nicht Wochen im Voraus ausgebucht. Möglicherweise sollen die Ankündigungen noch Teilnehmer locken. (Holger Schwichtenberg ) / (Holger Schwichtenberg) / (ck)