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Mit Ricardian Contracts die Vertragsabwicklung digitalisieren

Verträge lassen sich schwer automatisieren – mit vielen juristischen Begriffen können Maschinen nicht umgehen. Hier kommen die Ricardian Contracts ins Spiel.

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Juristische Vorgänge wie Verträge lassen sich oft schwer vollständig digitalisieren: Meist sind sie von Maschinen nicht lesbar. Einen Ausweg versprechen Ricardian Contracts, wie Tobias Haar in der aktuellen iX 9/2019 erklärt. Wie zuvor sollen Menschen sie lesen können, gleichzeitig sollen sie für IT-Systeme ausführbaren Code enthalten.

Wichtig ist hier zunächst die Abgrenzung zum Smart Contract, der in erster Linie einen Vertrag vollständig automatisiert und somit auf simplen if-then-Verknüpfungen basiert. Einfache Beispiele wären Kaufverträge, wie man sie am Getränkeautomaten oder an der Tankstelle eingeht. Beim Ricardian Contract handelt es sich hingegen um ein Hilfsmittel, bei dem der Vertrag nicht vollständig automatisierbar sein muss.

Nicht alle Verträge lassen sich für ein IT-System eindeutig umsetzen: Der Automatisierungsgrad nimmt ab, wenn er im Einzelfall auszulegende, unbestimmte Begriffe beinhaltet. Für sie sind Juristen wie gehabt zuständig; zum Beispiel entscheiden sie, ob die gegenseitige Rücksichtnahme gegeben ist. Damit sie als Menschen den Inhalt ebenfalls lesen können, handelt es sich weiterhin um einen geschrieben Vertrag, der mit maschinenlesbaren Tags angereichert ist.

In welchem Format ein Ricardian Contract für die Maschine vorliegt, ist nicht festgelegt – Projekte für eine sogenannte Legal Markup Language gibt es einige. Wie sie sich unterscheiden und wie Juristen und IT-Experten diese einsetzen können, finden Interessierte im Artikel.

Siehe dazu auch:

(fo)