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München entscheidet sich für Open-Source-Groupware Kolab

Im Rahmen des Projekts MigMak will die Landeshauptstadt München eine Groupware einführen. Ein Dreierkonsortium hat mit einem Angebot auf Basis des freien Kolab nun den Zuschlag erhalten.

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Aufgrund der Rahmenbedingungen für die im Januar offiziell ausgeschriebene Groupware-Einführung in München (MigMak – Migration Mail- und Kalender System) war Insidern bereits klar, dass Kolab vermutlich das Rennen machen würde. Heute hat die hinter der Kolab-Weiterentwicklung stehende Schweizer Kolab Systems AG bestätigt: München wird in Ergänzung zur gerade abgeschlossenen Linux-Migration bei der Groupware auf Kolab und damit wie beim Desktop auf Open Source setzen. Gewinner der Ausschreibung sind das mit der Umsetzung beauftragte Münchner Systemhaus ESG, das Bremer E-Learning-Unternehmen Szenaris sowie Kolab Systems. Sie werden künftig gemeinsam LiMux mit einem Groupware-Client ausstatten. Insgesamt umfasst das Projekt rund 14.000 LiMux-PCs sowie eine Reihe von Windows- und Mobil-Geräten.

In der Ausschreibung suchte die Landeshauptstadt "nur" nach einer passenden Groupware-Lösung für E-Mail, Kalender und Kontakte sowie das Anbinden mobiler Geräte – darüber hinaus gehende Funktionen oder gar die Verpflichtung zu einem Open-Source-Ansatz waren ausdrücklich nicht erwünscht. Dass die Entscheidung für Kolab fiel, liegt laut Kolab-Systems-CEO Georg Greve nicht nur an der quelloffenen Kolab-Entwicklung, sondern an der für München optimalen Kombination aus Sicherheit und Funktionsumfang.

Basis der Umstellung wird die Ende vergangenen Jahres freigegebene Enterprise-Version 13 sein. Das auf der Community-Version 3.1 basierende Paket gibt es vorerst nur für Red Hat Enterprise Linux, weitere bisher von Kolab Systems nicht näher benannte Plattformen sollen folgen. Der in Qt geschriebene Kolab-Client basiert auf dem in KDE enthaltenen Kontact. Die Schweizer statten ihn in einer speziell angepassten Version mit erweiterten Funktionen aus. Laut Greve sollen bis Jahresende auch eine Enterprise-fähige Windows-Version sowie die Mobil-Variante in den Produktivbetrieb gehen. Gerade die intern eher als "Community Grade" Beta bezeichneten Windows-Pakete liefen bisher nicht stabil. Mit dem Wind des Projekts im Rücken sollte sich das zügig ändern.

Mobile Clients bindet Kolab seit der Version 3.1 auch via ActiveSync sowie mit CalDAV und CardDAV ein. Laut Greve genießt die Mobil-Anbindung dabei die gleiche Priorität wie der Web-Client. Szenaris soll die Umstellung mit einem Schulungskonzept begleiten. Die Bremer haben dazu ein webbasiertes Lernmodul erarbeitet, das unter anderem im Rahmen der Migration der bisherigen Lösungen zum Einsatz kommen soll. (Thomas Drilling) / (avr)