MySQL-Gründer warnt vor aktueller Version

20 Fehler, die zum Serverabsturz oder zu falschen Ergebnissen führen können, dazu 120 weitere schwere Bugs enthält nach Angaben von Michael "Monty" Widenius die gerade frei gegebene Version 5.1 der freien Datenbank MySQL.

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Von
  • Christian Kirsch

Michael "Monty" Widenius kritisiert in einem Blog-Eintrag das gegenwärtige Entwicklungsmodell der freien Datenbank MySQL und rät davon ab, die gerade veröffentlichte Version 5.1 produktiv einzusetzen. In einer Liste führt er zahlreiche Fehler auf, die seiner Meinung nach vor der Freigabe hätten korrigiert werden müssen. Darunter ist ein fünf Jahre alter Bug, der es bis in den Wikipedia-Eintrag über MySQL geschafft hat. Angreifer können ihn dazu benutzen, sämtliche Slaves in einer replizierten MySQL-Installation lahmzulegen. Insgesamt gebe es noch 120 schwere Fehler; außerdem seien viele neue Funktionen fehlerhaft. So verlangsame das gerade eingeführte Logging in Tabellen den Server um 30 Prozent und mehr, und partitionierte Tabellen seien fehleranfällig bis hin zum totalen Datenverlust.

Insgesamt gebe es 20 kritische Fehler in der aktuellen MySQL-Version, die zum Absturz des Servers oder zu falschen Ergebnissen führen können. Dazu kämen weitere 35 Bugs in Version 5.0, die "vermutlich" in der aktuellen noch nicht beseitigt seien. Als Gründe für die vorzeitige Freigabe der 5.1er-Version nennt Widenius unter anderem eine zu starke Zersplitterung des Entwicklerteams. Außerdem sei ein zu früher Entwicklungsstand zum Release-Kandidaten erklärt worden. Und schließlich lasse sich nur als fertig erklärte Software verkaufen, keine noch in der Entwicklung befindliche.

Widenius schlägt vor, bei MySQL zu einem ähnlichen Entwicklungsmodell wie beim kürzlich als Code-Fork abgespaltenen Drizzle und bei PostgreSQL überzugehen. "Die Community muss die führende Rolle übernehmen." Sun, das Anfang des Jahres MySQL übernommen hatte, hält er ausdrücklich nicht für verantwortlich für die Situation: "Die Entscheidung, eine Produktivversion zu veröffentlichen, hat das MySQL-Management innerhalb von Sun alleine gefällt." (ck)