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Nach Übernahme: Lenovo erreicht 14 Prozent Marktanteil bei Servern

Nach der Übernahme der System-x-Server von IBM steht Lenovo auf Platz drei beim Marktanteil am Servergeschäft. Gleichzeitig präsentiert der Konzern drei neue Systeme für Unternehmen.

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Nachdem die Kartellbehörden inzwischen die Übernahme der System-x-Server von IBM genehmigt haben, steht Lenovo mit 14 Prozent Marktanteil auf Platz drei des weltweiten Servermarktes. Übernommen hat der Konzern dabei auch den Bereich der x86-Hochleistungsrechner – schon bald sollen im Leibnitz-Rechenzentrum in Garching bei München die ersten Lenovo-Server stehen. Das deutsche x86-Personal von IBM wandert geschlossen zu Lenovo, der Hersteller errichtet deswegen neue Niederlassungen in München und Frankfurt. Weil die Sales- und Presales-Experten von IBM bisher auch Storage-System angeboten haben, hat Lenovo fortan Speichersysteme von OEM-Partner EMC und von IBM im Programm. Mit EMC gibt es schon länger eine OEM-Vereinbarung für iOmega-Produkte, die nun ausgeweitet wird.

"Die Enterprise-Think-Server von IBM ergänzen unser bisheriges Server-Portfolio, das sich eher an kleinere Firmen richtete, optimal", betonte Robert Pasqier, bei Lenovo verantwortlich für den SMB-Channel im deutschsprachigen Raum, vor der Presse in München. Bei der bisherigen Channel-Orientierung will Lenovo bleiben. Zudem verspricht er, Server nicht zu kommodifisieren. "Wir sehen das Lösungsgeschäft im Mittelpunkt."

Als Beleg für seine Anstrengungen präsentierte der Hersteller drei neue Server: das Tower-Modell TD350, das mittelfristig den Vorläufer TD340 ablösen soll, sowie zwei Rackserver (RD 550, 1 Höheneinheit und RD 650, 2 Höheneinheiten). In allen drei Dual-Core-Systemen steckt der Haswell-Prozessor, den Intel jüngst ankündigte. Der mit 37 dB besonders leise Tower eignet sich laut Matthias Kälberer, Senior Sales Manager für Server und Storage, besonders fürs Backoffice. Bis zu 90 TByte Speicher in Form beliebiger 2,5- oder 3,5-Zoll-Platten finden darin Platz. Der kleinere Rackserver RD 550 ist vor allem für Infrastruktur- und Speicheranwendungen gedacht, der größere RD650 für Virtualisierung, Datenbanken und ähnlich anspruchsvolle Applikationen.

Schmal: Lenovos neuer Rackserver Think RD550.

(Bild: Lenovo)

Technisch will sich Lenovo von seinen Wettbewerbern im Bereich der Haswell-Server durch eine Reihe von Details abheben, beispielsweise die erhöhte Temperaturgrenze von 45 Grad für den Dauerbetrieb – meist sind 40 Grad Celsius die Grenze. Außerdem haben die Entwickler Flexibilisierungs-Techniken integriert, die vor allem die PCIe-Slots entlasten: Bei AnyRaid, das alle drei Modelle unterstützen, steckt der RAID-Adapter in einem separaten Slot unabhängig von PCIe, zudem lässt er sich nachrüsten.

Die beiden Rackmodelle besitzen zudem noch die Techniken AnyBay für die Montage beliebiger Massenspeicher und AnyFabric, bei der die Netzanbindung auf ein frei belegbares Modul verlegt wird. Damit lassen sich zwei Ethernet-Verbindungen mit bis zu 10 GBit/s realisieren, aber auch Fibre Channel mit 16 GBit/s unterstützt das System, ohne PCIe-Steckplätze zu belegen. 40 GBit/s sind derzeit noch nicht vorgesehen. Das kleinere Modell bietet zwei Plätze für AnyFabric-Module. Weitere, etwas kleinere Rackmodelle sind in Planung.

Mit den Servern liefert Lenovo umfangreiche Management-Software aus, unter anderem ein Deployment-Tool, das bei der Installation von Windows, Linux, Treibern und Firmware helfen soll.

Zudem präsentierte Lenovo das erste Speicherprodukt im SAN-Bereich mit Lenovo/EMC-Label: VNX 5150 fasst bis zu 125 SAS-, Nearline-SAS- und SSD-Platten, dazu kommen vielfältige Anschlussmöglichkeiten. Das Gerät soll die x86-Server von Lenovo ergänzen. (Ariane Rüdiger) / (fo)