Microsoft: Neue Exchange-Funktion soll "Allen-antworten"-GAU verhindern

Schon häufig wurden Unternehmen aufgrund der eigentlich nützlichen E-Mail-Funktion "Allen antworten" digital lahmgelegt. Damit soll jetzt Schluss sein.

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(Bild: Microsoft)

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Ein bei der letzten Microsoft Ignite 2019 angekündigtes und von vielen erwartetes Exchange-Feature ist da: Die neue Reply All Storm Protection wird derzeit weltweit in Office 365 eingeführt. Gemeint ist damit eine Drosslung des Antwortvolumens bei Unternehmens-E-Mails, wenn Mitarbeiter beim Versenden der Nachricht an einen großen Verteiler die Option "allen antworten" wählen.

Vor allem Organisationen mit umfangreichen Verteilerlisten werden sich über das neue Feature freuen. Sobald es eine potenzielle Mail-Flut durch eine Massenantwort erkennt, blockiert es die nachfolgenden Versuche, wiederum an alle zu antworten, und liefert eine entsprechende Unzustellbarkeitsbenachrichtigung – einen sogenannten Non Delivery Report (NDR) – an den Absender aus. Die Funktion "allen antworten" ist anschließend für mehrere Stunden gesperrt.

Eine Massenantwortsperre soll die Datenlast eindämmen.

(Bild: Microsoft)

Zunächst ist das Kriterium, anhand dessen die neue Funktion einen "Reply All Storm" erkennt, das Versenden von 10 Antworten innerhalb von 60 Minuten an über 5000 Empfänger. Weitere Antworten darauf werden für vier Stunden unterbunden. Mit Hilfe der Nutzungstelemetriedaten und des Feedbacks von Exchange-Kunden soll die Funktion nach und nach optimiert werden. Geplant ist beispielsweise, dass Administratoren die Schwellenwerte und die Dauer der Blockierung selbst anpassen können.

Schon die erste Version des Features zeigt Wirkung und reduzierte bei Microsoft selbst das Mailaufkommen durch "allen antworten" – was das Unternehmen freuen dürfte: Es ist erst wenige Wochen her, dass ein wahrer E-Mail-Tsunami durch den Konzern fegte und die Microsoft-Server unter der Last von E-Mail-Antworten an 52.000 Empfänger ächzten.

(Bild: Screenshot / Twitter)

Auslöser war eine Mail aus Microsofts eigenem Shop, die über Software-Rabatte für Freunde und Familien von Microsoft-Mitarbeitern informierte. Zwar sollte es die Sonderangebote nur für US-Angestellte geben, die Mail ging jedoch an 52.000 Mitarbeiter weltweit. Die Nachfrage, ob das Angebot international gelte, kam prompt. An alle 52.000 Adressaten.

(Bild: Screenshot / Twitter)

Das war der Beginn eines Mail-Albtraums, bei dem sich Microsoft-Outlook alle fünf Sekunden meldete und 52.000 Angestellte begannen, Fotos, Memes et cetera miteinander zu teilen, wie ein Betroffener auf Twitter berichtete. Dank diverser humoristischer Tweets konnte die Öffentlichkeit an der sogenannten Reply Allpocalypse teilhaben. (ur)